Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

368 Inwiefern und inwieweit ist der Vulgär- und Pupillar-Substitut zur
Portionen gerufenen Person auferlegten Legate zusammenzu-
rechnen, da die verschiedenen Portionen doch nur als eine an-
zusehen seien, und da es auch darauf nichts ankomme, ob je-
mand öfters unbedingt oder ob unter verschiedenen Bedingun-
gen zum Erben eingesetzt sei.
Der dritte Theil dieser Stelle enthalt also denselben Aus-
spruch, als der erste Theil der vorigen Stelle-, und der zweite
Theil dieser Stelle denselben Ausspruch als der zweite Theil
der vorigen Stelle.
Ganz unzulässig erscheint die Annahme, als werde in dem
zweiten Theile der Stelle der Satz ausgesprochen, daß durch
die dem Substituten als Miterben des Pupillen auferlegten
Legate mit den übrigen dem Pupillen und Substituten als
solchem auferlegten Legaten nicht vermischt werden dürften.
Denn alsdann würde — abgesehen von den allgemeinen hier-
gegen sprechenden Gründen — nicht bloß aller Gegensatz des
Zweiten Theils dieser Stelle mit dem dritten Theile derselben
fehlen, sondern die fragliche Stelle würde auch unter dieser
Voraussetzung in dem offenbarsten Widerspruche mit dem eben-
falls von Papinian herrührenden fr. 41, §. 6 Dig. XXVIII, 5
stehen *)•
Das fr. 87, §. 4 und 5 Dig. XXXV, 2 sagt Folgendes:
Habe jemand einen unmündigen Sohn und einen dritten
(Titius) zum Erben zu gleichen Theilen eingesetzt, und die
ganze Hälfte des erster» mit Legaten beschwert, dem andern
Miterben aber gar keine Legate auferlegt, und diesen zugleich
zum Substituten des Pupillen eingesetzt, so müsse der Substi-
tut alle dem Pupillen auferlegten Legate bezahlen, wenn letz-
terer vor dem Vater gestorben sei. Denn es müsse hier auf
den Bestand der ganzen nicht bis zur Quart beschwerten Erb-

l) Cujacius Corriment, responsorum Papiniani lib. 6 ad fr. 41,
§. 6 Dig. XXVIII, 6, und Quaestionum Papiniani üb. 29 ad fr.
II, §. 7 D g. XXXV, 2.

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