Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

Entricht, der dem Instituten u. Pupillen anferlegten Legate verbnnde» rc. 349
zelnen Substituten unmittelbar auferlegten Legaten sowie den dem
Pupillen auferlegten, insoweit diese sich an den einzelnen Substi-
tuten nach Verhältniß seiner Erbportion vertheilen, gleichmä-
ßig abgezogen.
Dieses geht ganz deutlich aus fr. 80, pr. Dig. XXXV, 2
hervor, welche Stelle keine Schwierigkeiten darbietet.
Die Hauptstelle aber, welche von dem fraglichen Falle
redet, und welche wir etwas naher ins Auge fassen wollen, ist das
Fr. 11, §. 6 Dig. XXXV, 2.
Si filio suo duos substituerit, et alterius portionem
oneraverit, tractari solet, an ex persona sua Kalcidiam
possit inducere substitutus, quam pupillus non haberet,
vel unus pupilli substitutus: et facile quis dixerit, conse-
quenter prioribus, quae de patrimonii ratione dicta sunt,
non esse Falcidiae locum et ultra vires portionis conve-
niendum alterum substitutum. — Sed verior est diversa
sententia, perinde huic quartam relinquendam existiman-
tium, atque ita si patri lieres exstitisset: ut enim opes 1)

*) Donellus comm. de jure civili lib. V1IF, cap. 23 ad hunc lo-
cum will hier statt opes opus (Testament) gelesen wissen, indem er
behauptet, man könne weder sagen, das väterliche Vermögen habe
seinen Ursprung und seine Gestaltung vom Vater, indem es viel-
mehr Ursprung und Gestalt von der Natur empfange, noch, das
väterliche Vermögen leite Ursprung und Gestaltung von dem Te-
stamente des Vaters ab, indem dasselbe schon vor dem Testamente
des Vaters als existent vorausgesetzt und nur erst durch das Te-
stament deferirt werde. Allein die Worte inde capiunt beziehen
sich hier auf den vorhergehenden Satz, atque ita si patri heres
exstitisset, und ist nicht, wie Donell glaubt, 2 patre zu suppliren.
Hiernach ist der Smn dieser: Das Recht des Substituten am vä-
terlichen Nachlaß als solchem hat seinen Grund in der Eigen-
schaft des Substituten als Erben des Vaters, und bestimmt sich
nach diesem Grunde auch der Umfang dieser Berechtigung. Es be-
antwortet sich hiernach die Frage, was der Substitut als väterli-
chen Nachlaß anzusprechen habe. Auf diese Eigenschaft des Sub-
stituten als Erben des Vaters ist hi?r alles gestellt. Denn würde
der Substitut den Nachlaß als Erbe des Pupillen erhalten, obgleich
24*

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer