Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

340 Inwiefern und inwieweit ist der Vulgär- und Piidillar-Subüitiit zur
Substituten auferlegten Legate nur nach dem unmittelbaren
Verhältnisse des Substituten zu dem Vater und dessen für den
Substituten bestimmten Nachlaß beurtheilt werden konnte *).
Der instituirte Pupill ist aber, insofern er Erbe seines
Vaters geworden sein sollte, icdenfalls die ihm auferlegten Le-
gate nur insoweit zu entrichten verpflichtet, als der väterliche
Nachlaß nach Abzug der Quarta Falcidia reicht. — Wird ein
Theil der Erbschaft dem Pupillen auf rechtliche Weise entris-
sen, so hört, insoweit die Erbschaft vermindert wird, auch die
Verbindlichkeit auf, die Legate zu zahlen. Dieses tritt z. B.
dann ein, wenn gegen das väterliche Testament von Seiten
eines präterirten emancipatus donorum possessio contra ta-
bulas agnoscirt wird, und die eingesetzten Erben einen
Theil der ihnen zugedachten Portion verlieren -). Hat
der instituirte Pupill dagegen durch die Agnition des b. p. c.
t. edicto per alium commisso mehr erhalten, als ihm der Va-
ter ursprünglich zugedacht hatte so ist er, ob er gleich den
ganzen auf ihn fallenden Erbschaftsthcil nicht nach dem Ur-
theile des Vaters empfangt, dennoch, nach pratorischem Edicte,
die den personis exceptis hinterlassenen Legate bis zum Be-
trage der erworbenen Erbschaft zu zahlen schuldig. Jedoch
stimmten hiermit nicht alle Römischen Juristen überein. Nach
der Ansicht des Juristen Scavola sollte der eingesetzte Sohn
und also auch dessen Substitut alle dem crstcrn auferlcgten Le-
gate, insoweit dieser zum Erben bestimmt worden war, also
die Erbschaft judicio patris erhielt, zu bezahlen verpflichtet
sein, insoweit er aber durch die b. p. c. t. mehr als den ihm
zugedachten Erbschaftstheil bekam, bloß zur Entrichtung der zu
Gunsten der exceptae personae hinterlassenen Legate verbun-
den erscheinen °). — Nach der Ansicht der anderen Juristen
*) Von den weitern Folgen dieser Sätze wird noch weiter unten die
Rede sein.
2) Fr. 35 Dig. XXVI1J, 6
3) Fr. 103, h. 2 Dig. XXXII Viele Juristen halten die fragliche

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer