Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

336 Inwiefern und inwieweit ist der Vulgär- imd Pupillar-SubstituL zur
selben im zweiten Grade hinterlassenen Legate (welchen letzteren wie-
der die den weggefallenen Erben ersten Grades auferlegten Legate
juristisch gleichstehen) gemeinschaftlich und gleichmäßig aus dem
Vermögen bezahlt, und wird die Quarta von dem ganzen dem Sub-
stituten angefallenen Vermögen berechnet. Das ganze Verhaltniß
wird hier so betrachtet, als wenn der Substitut einmal zu der ihm
angefallenen und aus mehreren Portionen bestehenden Erbschaft
eingesetzt worden wäre. Es kann hier auch keinen Unterschied ma-
chen, ob der Erbe zu den verschiedenen Portionen unbedingt,
oder ob er zu der einen unbedingt, zu der andern bedingt, so-
wie ob er unter verschiedenen Bedingungen, und unter ivelchcn,
eingesetzt worden war. (Vrgl fr. 11, §. 7 Dig. XXXV , 2.)
Anders gestaltet sich dann die Sache, wann mehrere zu
Erben eingesetzt worden sind, einer derselben aber nicht Erbe
wird, und daher dessen Portion denen zuwächst, welche wirklich
Erben geworden sind. In diesem Falle soll, wenn die ursprüng-
liche, nicht aber die accrescirende Portion überschwert, oder
wenn die erstere mehr als die zweite überschwert ist, die ur-
sprüngliche Portion durch die accrescirende ergänzt werden
können, mithin wird hier die Quart von dem ganzen Vermögen
abgezogen. Dagegen tritt in dem umgekehrten Falle keine Er-
gänzung der accrescirenden Portion durch die andere Portion
ein *). Der Erbe übernimmt mit der accrescirenden Portion
wohl die dem wcggefallenen Erben wegen dieser Portion ob-
gelegenen Verbindlichkeiten, und kann die accrescirende weiter,
insofern sie frei ist, oder doch freier als die ursprüngliche, zur
Deckung der der letztern auferlegten Legate dienen: allein der
in die desicirende Portion eingetretene Erbe braucht nie mehr
an den Lasten dieser Portion zu participiren, als der ursprüng-
lich zu dieser Portion berufene Erbe daran zu participiren ver-
bunden war. Die accrescirende Portion ist wie eine Acces-
si on anzusehen, welche , weil die Erbschaft bezüglich der ein-

') Fr. 78 Dig. XXXV, 2.

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