Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

Wunderlich, zur Tertes-Kritik ,c.

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datio in utriusque persona infringitur, an adem-
ptio nulla est, quaeri potest. Item si ex pluribus ser-
vis ejusdem nominis uni, vel quibusdam libertas relicta est?
Et verius est, in his omnibus etiam legata et libertates im-
pediri : ademptionem autem in utru inquc valere.
Scit den Zeiten der Glossatoren bis auf die unsrigen hat
die in den gcsperrtgedrucktcn Worten der beiden angeführten
Stellen enthaltene Antinomie der Kritik und Hermeneutik viel zu
schaffen gemacht. Die letztere hat cs versucht, durch Distinctionen
mannigfacher Art die Harmonie herzustcllen. Solche Unter-
scheidungen aber haben nur dann Wertb, wenn sie bei einer
gesunden Interpretation der Rechtsquellcn aus ihnen von selbst
hervortretcn, nicht aber, wenn sie aus der Phantasie der In-
terpreten in die Quellen hineingctragen werden. Daß nun alle
Versuche der Art unter die letztere Kategorie gehören, ist in
neuester Zeit auf eine so umfassende und überzeugende Weise
dargethan worden, daß es hoffentlich Niemanden fernerhin ein-
fallen wird, den vorliegenden Widerspruch auf diesem Wege
beseitigen zu wollen'). Eine von beiden Stellen muß also emen-
dirt werden: welche, dafür bemüht man sich vergeblich, in de-
ren innerem Zusammenhang Momente zu entdecken. Denn ein-
mal beweisen die Worte quemadmodum et in der ersten Stelle,
mit denen die Entscheidung des Falls, wo eine datio legati
dunkel ist, eingeleitet wird, durchaus nicht, daß die Entschei-
dung des vorhergehenden Falls mit dieser gleichlautend sein
müsse: sie können sich eben so gut auf eine Gleichförmigkeit
des beiden Entscheidungen zum Grunde liegenden Princips
beziehen. Andererseits kann man in der zweiten Stelle aus
den Worten in bis omnibus eben so wenig folgern, daß die
Beurtheilung aller in dem Vorhergehenden aufgeworfenen Fra-
gen zu einem gleichen Resultat führen müsse: sie deuten viel-
mehr nur an, daß allen diesen Fällen ein gemeinsamer Gmnd«

*) Gischen, in der Zeitschrift f. gesch. Rechtsw. I. S. 96 ff.

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