Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

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Bluntschli, Zaristische Bemerkungen.
mer von Eigenthum. Dabei bedient er sich öfters des Aus-
drucks »nostrum esse intelligitur« und ähnlicher, wohl
wissend, daß in der Vindicationsformel der Ausdruck 81 paret,
rem meam, nostram esse, vorzugsweise sich auf civiles El-
genthum bezog und erst in der Folge auch eine Ausdehnung
auf das in bonis zugelassen wurde.
Es bleibt somit der entgegengesetzten Meinung, daß die
naturalen Erwerbarten und die Occupation insbesondere nur
bonitarisches Ei'gcnthum bewirken, kaum etwas anderes übrig,
um diese Hauptstelle zu beseitigen, als bedeutende Weglassun-
gen und Veränderungen durch die Compilatorcn zu vermu-
thcn. Dafür sind indes; nicht nur keine Gründe vorhanden,
sondern vielmehr tragt die ganze äußere Beschaffenheit der
Stelle alle Spuren der Echtheit an sich.

Das Gesagte findet nun aber neue Bestätigung, wenn
wir die echten rein erhaltenen Institutionen von Gajus zur
Hand nehmen. Nachdem nämlich Gajus von den beiden
Formen des Eigenthums, dem ex jure Quiritium und dem
in bonis, geredet und die Usucapion erörtert hatte, welche dazu
dient, echtes römisches Eigenthum herzustellen, wo es wegen
mangelhafter Erwerbform von Anfang an nicht hat entstehen
können, fährt er fort:
Just. II. G5. Ergo, ex bis, quae diximus, apparet, quae-
dam naturali jure alienari, qualia sunt ea, quae tradi-
tione alienantur; quaedam civili: nam mancipationis et in
jure cessionis ct usucapionis jus proprium est civium Ro-
manorum.
Auch hier gehen wieder die naturalen Erwerbformen dm
civilen voran und das Hauptbeispiel jmer, die Tradition, er-
zeugt doch in der Regel, wo nicht besondere Eigenschaften der
Sache sie ausnahmsweise dem gemeinm Rechte entziehen und
eine besondere eigenthümlich römische Form nöthig machm, so-
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