Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

256 ©inteniS, über Ex. u. num. pec. u. s. w.
sicheres äußeres Merkmal zu Habens, und das ersetzt die
Schrift noch besser, und jemehr diese gewöhnlich wird, desto
mehr schwinden Wortformen, wie die ganze Geschichte des
Rechts und der Rechtspflege zeigt* 2 3 4 5). Nun entsteht aber die
Frage, ob hierdurch die Natur des Darlehns unverändert blieb,
welches für seinen Begriff nothwendig die Zahlung des Geldes
an den Schuldner voraussetzt, oder ob nach neuerm justinianeischen
Rechte wirklich hierin ein Litteralcontract enthalten ist, und es
also eine actio ex litteris giebt? Die am meisten verbreitete
Ansicht verneint dies, und ist für's Erstere. Diese betrachtet
dann die Behauptung des Beklagten, daß er das angeblich
verschriebene Creditum gar nicht bekommen habe, auch hier
exceptio non num. pcc. genannt, als eine bloße Berneinung
einer zur Klage gehörigen Voraussetzung *), höchstens als Ein-
rede gegen das Beweismittel, den Schuldschein'). Dagegen
sind Einige') mit entgegengesetzter Ansicht hervorgetreten, wo-

*) Die Form der Frage und Antwort muß für den definitiven Abschluß
von Geschäften eine sehr gewöhnliche gewesen sein, s. z. 25. die For-
meln über Viehkäufe bei Varro de re rustica II, 2. §. 5 — 3.
§. 5 —. 4. h. 4 — 5. h. 11. Auch auf unseren deutschen Vieh-
märkten kann man dergleichen und ähnliche Formen, z. B. das s. g.
Durchschlagen der Hände, die sich Käufer und Verkäufer reichen,
täglich noch sehen. Damit soll der definitive Abschluß eines Geschäfts
bezeichnet sein.
2) Ein sehr interessantes Zeichen des Fortwachsens dieser Wahrheit s.
in Novella Leonis Nr. 72.
3) Savigny über Litteralcontract; Marezoll in seinerZtschrft. Bd.
III, S. 295 ff. Unierholzner, Archiv Bd. VII, S. 51. Wal-
ter a. a. O. Hertel, de instrum. quae indiscreta vocantur,
Lips. 1832. 4, p. 16. 'Diesen folgen die meisten, wie alle Pande-
ctenlehrbücher zeigen. Ausführlich von der ganzen Lehre der Exc.
n. n. p. handelt Fr. Maier, Wirceb. 1817, de vera Exc. indole,
aber mit vorherrschender rein practischer und casuistischer Tendenz.
4) Dazu mag C. 14 §. 1 de Non. n. p ec. veranlaßt haben.
5) Vorzüglich Cropp, Abhandl. Bd. I, S. 326 ff., vrgl. Roß Hirt
in seiner Zeitschrift Bd. I, S. 365 dieser nimmt nach Gajus III,

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