Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

246 W. Sell, Ueber die Vorschrift von Kaiser Justinia» ,c.
fr. 44 pr. D. de aedil. ed. (21, 1.) (lib. 2 ad Ed. Aedil.
cur ul.)
Justissime aediles noluerunt, hominem ei rei, quae
minoris esset, accedere: ne qua fraus aut edicto aut
jure civili fieret, ut ait Pedius, propter dignitatem homi-
num: alioquin eandem rationem fuisse et in cae-
leris rebus: ridiculum namque esse, tunicae fundum
accedere etc.
Dieses allgemeinere Prineip mag schon in der Zeit der
elassischen Juristen das Verbot der usurae supra duplum mit
veranlaßt l), und dann dessen weitere Anwendung den Kaiser
Justinian, vermöge seiner mehrerwahnten generellen Tendenz,
vermoä)t haben, bei dem Interesse, wie bei den Zinsen — die
ja beide ohne Zweifel als Aeeessionen der Hauptforderung
gelten — das duplum als höchstes Maaß der Leistung in den
casibus certis Überhaupt aufzustellen -, damit nicht das natür-
liche Verhältniß der accessio zur res principalis sich umgekehrt
gestalte.

tz- 8.
Anwendung der Vorschrift Justinian's über die Beschränkung des Inter-
esse auf das duplum im heutigen gemeinen deutschen Recht.
Soviel über das römische Recht und über die in der Auf-
schrift dieser Erörterung enthaltene Verbindung der gesetzlichen
Beschränkung der Zinsen und des Interesse auf das Doppelte!
— Wenn aber bei unserer Untersuchung die praetische Seite
nicht vernachlässigt werden soll, so muß sich zum Schlüsse der
ganzen Abhandlung noch die Frage anschließen: ob Justi-
nian's Verordnung in const. unica cit. auch heut
zu Tage im gemeinen deutschen Civilrecht Anwen-

*) Jahrbücher I, 1. S. 46 Not 5.

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