Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

222 W. Seil, Heber die Vorschrift von Kaiser Justinian ic.
der Kreis der Verpflichtung zum Schadensersatz aus dolosen
Handlungen im Allgemeinen erfüllt ist.
Gegen diese bestimmten Gründe vermag auch die ganz all-
gemeine Behauptung der Dissentienten, daß der äolus nach rö-
mischem Rechte keine Schonung verdienen solle *), nichts zu
bedeuten; und wenn sodann Seuffert *) bemerkt: »Auch da
kann von der Beschränkung auf das duplum keine Rede sein,
wenn die Forderung auf das Interesse nicht sowohl in dem
Vertrage, in dem ca««» certae naturae selbst, sondern in dem
dolus des andern Contrahente» ihren Grund hat. Hier tritt
der Standpunct des Delikts ein« rc. * 2 * 4 5) — so laßt sich da-
gegen mit Grund anführen, daß Jnteressesorderungen aus do-
losen Beschädigungen in Vertragsverhältnissen nicht minder in
das Bereich der durch die Contractsklage zu verfolgenden
Ansprüche fallen, wie die Forderungen auf Ersatz des durch
culpose Handlungen verursachten Schadens: und, wenn die
Verfolgung des Interesse ex dolo durch die Contracts-
klage geschieht +), so muß auch die allgemeine Beschränkung,
welche Justinian für die Forderungen des Interesse aus Ver-

*) fr. 1 §. 2 D. de tigno juncto (47, 3.) fr. 6 §. 8 fr. 45 §. 1 i. f.
D. de A. E. V. (19, 1.) fr. 45 D. de her. pet. (5, 3.) Magnus
J. c. cap. 10. Glück, Commentar. Bd. IV, S. 448. 449 Not.
52. 53 und gegen Magnus vrgl. Schöman a. a.O. S.144 ff.
2) a. a. O. S. 161. pos. b. Vorher sagt dieser Schriftsteller S. 160
161: »Aber auch unter Voraussetzung eines Vertrages, der eine
res certae naturae zum Gegenstand hat, kann die Beschränkung des
zu leistenden Interesse auf das duplum der vertragsmäßig zu geben-
den Hauptsache nicht überall Statt finden rc.«
5) Wir verstehen diesen etwas unbestimmt ausgedrückten Satz dahin,
daß Seuffert in dem Falle doloser Handlungen des Contrahcnten,
das mit der Contractsklage zu verfolgende Interesse nicht an
das duplum der const. un. gebunden wissen will.
4) Hierdurch werden die von Seuffert a. a. O. S. 162 Not. *)
für seine Ansicht allegirten Stellen: fr. 9 §. 8. fr. 10. 11 D. de
reb. auct. jud. poss. (42. 5.) fr. 9 D. quod fals. tut. auct. gest.
(27, 6.) beseitigt.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer