Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

200 W. Sell, lieber die Vorschrift von Kaiser Justintan ,c.
kuisset in com modi in mancipio, si id venditor scisset, ne-
que declarasset, praestare debere,« — und ebenso deutlich
zeigt dieß auch die Fortsetzung der oben mitgetheilten Stelle');
weil darin der Verkäufer aus dem Grunde zum Schadensersatz
verpflichtet erklärt wird, weil er fein Haus veräußert hatte, ohne
dem Käufer zu erklären, daß die Augurn befohlen, cs solle
der Theil desselben, welcher durch seine Höhe den Auspicien
hinderlich sei, zerstört werden; sowie Cicero als zweites Bei-
spiel der vitia in jener Stelle * 2 * *) den Fall anführt,, da der
Verkäufer ein Grundstück veräußert und dabei verschwiegen
hatte, daß Servituten darauf haften; also einen Fall der s. g.
theil weisen Eviction *), von welchem der Schluß auf eine
gänzliche sich leicht ergiebt. Und endlich führt Cicero *)
die angegebene Verpflichtung auf den allgemeinen Grund der
bona fides zurück, welcher natürlich bei dem Verschweigen ju-
ristischer Mängel in gleichem Grade, wie bei physischen Feh-
lern, gilt.
Aus dem Bisherigen laßt sich nun leicht die Schlußfol-
gerung ziehen: Was ursprünglich wohl von der mancipatio
galt, ward spater auf die einfache traditio angewendet, wie
namentlich die oben mitgetheilte Stelle von Paulus zeigt;
und, nachdem die mancipatio verschwunden war, blieb es bei
der traditio allein. Um für alle Fälle sicher zu gehen, ließ
man sich nun nach dem Edict des Prätors und der Aedilen
durch duplae stipulatio das Doppelte ausdrücklich verspre-
chen 5); hatte aber auch eine solche duplae stipulatio nicht

*) Cicero de off. III, 16. §. 66.
-) de off. III, 16. §. 67.
') fr- 1 §. 1 fr. 39 D. de A. E. V. (19, 1.) fr. 69 §. 5 D.de evict.
(21, 2.) fr. 6 §. 3 D. commun. de servit. (8, 4.)
de off. III, 17 §. 70. 71.
5) Die duplae stipulatio erwähnt auch Varro de re rust. II. c. 10
beim Verkauf von Sklaven: In Iroium (servorum) emlione solet

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