Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

130 C. ©eil, Beiträge zur Lehre von der condictio indebiti.
scheu diesen beiden Extremen , sage ich, liegt eine dritte mög-
liche Gestaltung in der Mitte, der zufolge das Recht eines
Staates nicht jeden auf Erfüllung der obligatio gehenden Ein-
fluß des Gläubigers, wie in dem letzteren Falle ausschließt,
dessen Ausübung aber doch auch nicht, wie in dem crsteren,
unbedingt frei giebt, sondern theils von einem vorherigen An-
griffe des Debitors'), theils davon abhängig macht, daß sich
der Creditor auf den Grund der nicht vollwirkenden obligatio
hin anderweitige Garantieen der Erfüllung geschaffen hat* 2 * 4).
Alle drei in Vorstehendem nur als möglich *) geschilder-
ten Gestaltungen bei einer obligatio wirkenden Rechtszwanges
sind im römischen Rechte wirkliche).

NON 56CUS 20 si dixisset, Titio dato quod pupillus solve-
rit cet. L. 25. §. 11 i. f. de H. P. (5, 3 ) Seneca de ben.
IV, 12 Dicitis beneficium creditum insolubile. . . . Vis
scire? adjicio insolubile, quum creditum nullum non solvi
aut possit aut debeat.
T) Dies gilt von der auf eine obligatio naturalis zu gründenden
Cornpensation L. 6. de compens. (16, 2.) Bas. XXV, 10.
I. 6., ferner von der auf die obligatio naturalis zu stützenden ex-
ceptio doli, nicht insofern sie dazu dient, den repetirenden
Zahlenden zurückzuweisen, sondern um in Fällen, die sich zur Kom-
pensation nicht eignen, gleichwohl den Kläger zurückzufchlagen, und
so denselben Zweck zu erreichen. L. 2. §. 5. de doli m. exc.
(44 4.) L. 8. in quib. caus. pign. (20, 1.) Vergl. L. 11. §. 2.
de pec. (15, 1.) naturalia debita spectamus in peculii deduc-
tione.
2) Solche Garantieen kann der creditor naturalis erhalten durch no-
vatio, Pfand-, Bürgschastsbestellung und constitutum. 1)1.. 1. §. 3.
I. quib. mod. toll. (3, 30.) L. 1. §. 1. L. 2. de nov. (46. 2.)
2) L. 5. pr. L. 14. pr. de pign. (20, 1.) L. 101 i. f. de solut.
(46, 3.) 3) L. 6. §. 2. L. 7.16. §. 3. 4. de fidej. (46,1.) L. 127. de V.
0.(45, l.)Tbeopbil. ad §. l.J. de fidejuss. (3, 20.) 4) L. 1. §.7.8.
L. 3. pr. §. 1. de pec. const. (13, 5 ) L. 2. pr. C. eod. (4. 18.)
*) Allerdings ließen sich auch noch obligationes naturales denken, die
zur Grundlage einiger der genannten accessorischen Verbindlichkei-
ten, nicht aller dienten. Allein darin würde eine Jnconsequenz
liegen, und insofern erscheinen sie unmöglich.
4) Bergl. die Stellen p. 122. not. 2. p. 126. not. 2. p.130 not. 1.2.

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