Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

124 W. Sell, Beitrage »zux Lehre von der ovnäictio indebiti,
letztere jedesmal mit sich verbinden, weil, wo sogar zur Erfül-

solutio Zahlung einer Nichtschuld war. —- Welches Verhältnis; da-
gegen bei einer obligatio naturalis eintritt, darüber herrscht unter
den neueren Juristen Streit. Der Recensent der Büche l scheu
Abhandlung über die Natur des Pfandrechts (Jenaische Literatur-
Zeitung. Januar 1836. Nr. 3. S. 17 — 32.), Meyerfeld (die
Lehre von den Schenkungen 1. p. 345.) und in neuester Zeit wie-
der Un terho lzner (in seinem hinterlassenen Werke: Lehre des
römischen Rechts von den Schuldverhältnissen p. 13.) sind der Mei
nung, daß, wie bei obligationes civiles, so auch bei naturales die
condictio indebiti im Falle der Zahlung ipso jure wegfalle;
Büchel (in der angef. Abh. S. 99. Not. 5. und über die Ver-
pfandung für nicht vollgiltige Oblig. p. 61 vergl. Mühlenbruct,
Pandektenrecht. §. 327. Not. 2.) dagegen ist der Ansicht, daß der
Zahlungs-Empfänger der exceptio bedürfe, um die
»condictio indebiti« zurü ck z u w e i se n, und diese letztere An-
sicht erscheint unstreitig als die einzig richtige. — Denn ist auch
die condictio indebiti ihrem Fundamente nach rein aus der aequi-
tas hervorgegangen, [L. 15. pr. de cond. ind. (12. 6.) Indebiti
soluti condictio naturalis est. Vgl. L. 14. 64. 66. eod.], so tritt
sie uns doch als römische streng civilrechtliche Klage, als actio
stricti juris, mit der Formel entgegen: Si apparet dare
oportere. Gajus III. 91. L. 5. §. 3. de O. et A. (44. 7.)
Vergl. §. 14. 15. I. de action. (4. 6.) Gajus IV. 4. 5.
18— 20. 33. 45. 50. Nach sterngem Civilrechte ist aber der Zah-
lungs-Empfänger einer obligatio naturalis ZUM dare allerdings
verpflichtet, dare oportet, weil dieses das vinculum aequitatis,
quo solo sustinebatur naturalis obligatio, L. 96. §. 4. de solut.
(46. 3.), völlig ignorirt, und also von seinem Standpunkte die
solutio als eine indebiti solutio ansehen muß. palam est, muß
man daher mit den Institutionen §. 1. J. de except. (4, 13.)
sagen, jure civili te (accipientem) obligatum esse, et actio, qua
intenditur, dare te oportere, efficax est: sed iniquum est,
[cf. L. 64. de cond. ind. (12, 6.)] te condemnari, id eo que
datur tibi exceptio . . . ad impugnandam actionem.
— Durch vorstehende Art der Betrachtung müßten wir zu dem
mehrgedachten Resultate gelangen, auch wenn uns alle speziellen
Quellenzeugnisse fehlten. Allein in L. 94. §. 3. de solut. (46, 3.)
bezeichnet Pa pinian die obligatio naturalis mehrmals als causa,
quae peti quidem non potest, ex solutione autem petitionem non
praestat, und unmittelbar darauf als ea species obligatio-
nis, quae habet auxilium exceptionis. Ebenso charak-

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