Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

8. ©eil, Beiträge zur Lehre von der condictio indebiti. 119
Subject der Rechte, die ihm die Gesetze des Staates ausdrück-
lich zuerkennen r). Ob ihm aber die Staatsgesetze ein Recht
zuerkennen oder nicht, dafür giebt es nur ein einziges Merk,
mal — den gesetzlichen Zwang (Staatsschutz), der je
nach seinem möglichen Umfange das ganze Gebiet der von den
Römern anerkannten Privatrechte in die zwei Hauptgattungen
der absoluten und relativen Rechte zertheilt * 2). Um ein per-

rip. Dict. v. 28 ff. Dem. Or. 1. c. Aristog. p. 497. Iso er.
exccpt. adv. Caliim. Tiivtt]v «d(xeog yvovteg, ov rovg
Ttjg Ttokeojg [xovov ropovg, «AAa xul rovg anüvruv xoivovg *Ta-
Q(tßl]G(Gd€.
*) Cic. de inv. II. c. 22. §. 68: Legitima jura ex legibus cogno-
sci oportebit. — pro Cluent, c. 53. §. 146. cf. L. 14. §. 1. de
V. S: Rem [L. 23. vgl. m. L. 4. 5. 6. eod. L. 1. i. f. de reb.
cred. (12. 1.)] amisisse videtur, qui adversus nullum ejus per-
sequendae actionem [L. 1. de except. (44. 1.) L. 37. de O. et
A. (44. 7.)] habet. L. 5. de in integr. rest. (4.1.) Cic. pro Caec.
c. 11. 12. Vergl. m. L. 143.- de V. S. L. 15. de R. I.
2) Der letzte Grund alles Rechtes liegt in den privativ-mensch-
lichen Eigenschaften der Freiheit und Vernünftigkeit, durch
die der Mensch in der gesummten belebten wie unbelebten Schö-
pfung als einziges Rechtssubject dasteht, und als solches befugt er-
scheint, sich der ganzen unvernünftigen Natur zu seinen Willkür
zwecken zu bedienen. Dieser unvernünftigen Natur gegenüber ge-
dacht, ist also der einzelne, von allen andern isolirte Mensch
berechtigt, ohne dass seinem Rechte eine Pflicht (von sittlichen
Pflichten ist hier natürlich keine Rede) correspondirt. — Erst der
Begriff der Rechts-Pflicht und der sich daran anreihende der
Rechtsverletzung erfordert der Menschen mindestens zwei.
Das Gesammtgebiet aller selbstständigen Privatrechte zerfallt ir«
solche, die zum unmittelbaren Objecte die leb- und vernunftlose
Natur haben, und in solche, deren Gegenstand die vernünftige Mit-
welt ist. Die ersteren, Sachenrechte genannt, bedürfen zu
ihrer ursprünglichen Entstehung weiter nicht als die Betätigung
des Willens eines menschlichen Individuums, von seinem Rechte, der
ganzen vernunftlosen Natur gegenüber, in Bezug auf einen einzel-
nen Gegenstand, Gebrauch zu machen, nur darf dieser zu betä-
tigende Wille freilich nicht mit dem bereits betätigten eines an-
dern Individuums im Conflicte stehen. — Die Rechte letzterer
Art, d. h. solche, deren Object die vernünftige Mitwelt ist, ^stellen

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