Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

104 Keller, Beitrag zur Lehre vom römische» Literal-Contracte.
die Summe noch weiter herunter zu bringen, auch sein Haus-
buch verfälscht und anstatt der Million, die wahrscheinlich
eingetragen gewesen, Secbsmalhunderttausend hingesetzt. Näm-
lich, so lauten nun die folgenden eigenen Worte Cicero's nach
den Handschriften: expensa Chrysogono servo IIS. sexcenta
milia accepta pupillo Malleolo retulit. Quomodo ex decies
HS. sexcenta sint facta: quomodo DC eodem modo qua-
drarint, ut illa de Cn. Carbonis pecunia reliqua IIS sexcenta
facta sint; quomodo Chrysogono expensa lata sint; cur id
nomen infimum in lituraque sit, vos existimabitis. Tamen
HS. sexcenta milia cum accepta retulisset, IIS. quinqua-
ginta milia soluta non sunt; homines posteaquam reus
factus est, alii redditi, alii etiam uuuc retinentur; peculia
omnium vicariique retinentur.
Es ist der Mühe werth, zuerst einen Blick zu werfen
auf die Art, wie diese Stelle von den Herausgebern und
Auslegern behandelt worden ist.
Lambin fangt sogleich damit an, vor den Anfangswor-
ten »expensa Chrysogono servo« rel. die Worte einzuschieben:
»HS quadringenti milia;« ohne alle kritische Autorität, und
bloß auf eine mißverstandene Note des Pseudo-Asconius
hin. Verres, das soll nun der Sinn sein, habe in sein Haus-
buch Viermalhunderttausend Scsterze in Ausgabe gebracht,
als hätte er sie dem Chrysogonus, einem Sclaven des Mal-
leolus, bezahlt, und andere sechsmalhunderttausend Sesterze
dem Malleolus schuldig zu sein, durch Acccptilation aner-
kannt. Es ist dann nur nicht abzusehen, wie Verres dazu
gekommen wäre, ein decies, welches als acceptum im Buche
gestanden hätte, in sexcenta zu verfälschen, worauf doch Ci-
cero beständig hindeutet. Zudem, wenn die quadringenta
dem Chrysogonus zu Händen seines Herrn, Malleolus, wirk-
ich von Verres bezahlt worden waren, so fand sich ja, da
er überdies für sexcenta sich als Schuldner bekannte, wenig-
stens für das decies, welches Cicero hier allein im Auge hat,

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