Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

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E. Sell, die erceptio annalis Italici contractus.
ben zu müssen, und noch bis jetzt sei von den Richtern in der
Zeitberechnung gedachter Einrede mannichfach von einander ab-
gewichen worden. — Denn was Alles den römischen Richtern
zur Veranlassung gedient haben mag, von der regelmäßigen
Zeitberechnung unsrer Exceptio abzugehen, dies erschöpfend er-
mitteln zu wollen, kann natürlich Niemandem einfallen. Das
Höchste, was verlangt werden darf, ist, daß die mögliche
Veranlassung nachgewiesen werde, wodurch man bei unserer Auf-
fassung der annalis exceptio Italici contractus bewogen worden
sein konnte, von der regelmäßig erforderlichen Zeit eines Jah-
res, resp. zweier Jahre abzugehen. Und hierzu setzt uns eine
Constitution Justinian's — die L. 14. C. de servit, et aqua
(3, 34) — in den Stand, welche folgendermaßen lautet.-
dun» talis cjuaestio in libris Sabinianis verteretur: qui-
dam enim pactus erat cum vicino suo, Ut liceret ei, vel per
se, vel per suos homines per agrum vicini transitum facere,
iterque habere uno tantummodo die per quinquen-
nium, quatenus ei licentia esset in suam sylvam inde tran-
sire et arbores excidere vel facere, quidquid necessarium ei
visum fuisset: et quaereretur, quando hujusmodi servitus
non utendo amitteretur? Et quidam putarent, si in primo
vel secundo quinquennio per eam viam itum non
esset, eandem servitutem penitus tolli quasi per biennium
ea non utendo deperdita, singulo die quinquennii pro anno
numerando. Aliis au te m aliam sententiam eligen-
tibus etc.
Denkt man sich den Fall, daß Jemand in der Nähe seines
Grundstückes, seiner Wohnung, einen sog. Hackwald, der alle
fünf Jahre geschlagen wird, eigenthümlich besitzt, so ist es für
ihn von dem höchsten Interesse, zwischen seinem Grundstücke
und dem Walde eine unmittelbare Verbindung zu haben, um,
wenn der letztere abgehauen wird, auf dem kürzesten Wege hin-
überzukommen, das Holz herüberzuschaffen oder schaffen zu
lassen, u. dergl. m. Diese Zwecke zu erreichen, schließt der

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