Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

432 W. Sell, Zur Lehre von der Jncapacität und Indignität.
scheu Juristen sich vielfach an die erwähnte lex anschließt, welche
dadurch eine der bedeutendsten Quellen für das römische Recht
seit der Kaiserzeit geworden ist.
Die lex Julia et Papia Poppaea enthalt, soweit dies hier
zunächst interesft'rt, theils Eheverbote, besonders in Beziehung
auf die verschiedenen Stande der Römer, theils droht sie ge-
wisse Nachtheile (hauptsächlich in Beziehung auf Erbschaften
und Legate) für Ehelose (coelibes), Kinderlose (orbi) und solche
Personen an, welche gegen die Vorschriften dieser lex eine Ehe
abgeschlossen haben 7). Dieser letzte Punkt stebt mit dem Ge-
genstände unserer Erörterung in unmittelbarer Verbindung und
muß darum besonders hervorgehoben werden.
Ulpianus liefert darüber in seinen Fragmenten 8 9)
folgendes Zeugniß: §. 1. Lege Julia prohibentur uxores du-
cere senatores quidem, liberique eorum, libertinas, et quae
ipsae, quarumve pater, malerve artem ludicram fecerit, item
corpore quaestum facientem °).
§. 2. Ceteri autem ingenui prohibentur ducere lenam,
7) lieber die von Jacob G otii oft* edus, Lex Julia el Pap. Popp.
prine. (Fontes quatuor juris civilis. Edit. Genevae 1653. pag. 269)
und II ein e cc. 1. e. Lib. I cap. 5. §. 1. p. 63. augeuommeue (Situ
theilung dieser lex tu zwei Hauptabschnitte: hex Julia de maritandis
ordinibus, s. nuptialis etc. (vgl. Sue ton !. c. Heinere. I. e.
pag. 63. i. f.) nud Lex Julia caducaria s. de caducis, ist man noch
uicht votlkommeu einig, obgleich dieselbe vou reu Meisten angenommen
wird. Vgl. unter den neueren Schriften z. B- Zimmern, Geschichte
des Röm. Privatrechts. Bd. I. Abth. 1. §. 33.. besonders Not. 20.21.
Burchardi, Lehrbuch des Röm. Rechts. I. 8- 97.
8) Tit. XIII. §. 1. 2.
9) Hiernach weist Jac. Gothofred !. c. pag. 271. mit Recht dieser
letzteren Bestimmung im ersten Kapitel der lex bei den Eheverboten für
Senatoren ihre Stelle an, wahrend Ileinecc. I. r. Lib. I. cap. 5.
Lib. II. cap. 1. §. 2. 11. pag. 80. 81. 108 sqq. 130 sqq. ohne genü-
genden Grund diese Bestimmung in das zweite Kapitel der lex unter die
Eheverbote für Freigeborene überhaupt versetzt. Eine solche Ausdehnung
kann dieses Eheverbot allem Anscheine nach erst spater erhalten haben.
Marezoll, über bürgerliche Ehre ic. S- 229. 230.

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