Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

Dr. E. Hoffmann, Beiträge zu der Lehre von der Delegation. 417
demnata, vel ante condemnationem condicere uti-
que ei, a quo delegata est, poterit, vel quod ei
abest, vel si nondum abest, liberationem.
In der ersteren von Paulus herrührenden Stelle wird
zuförderst der Satz ausgesprochen, daß die Einreden, welche gegen
den Deleganten dem Delegaten zustehen, gegen den Delegatar,
welcher Gläubiger des Deleganten sei, an sid) nicht geltend
gemacht werden könnten. Dann wird weiter bemerkt, dieses
treffe namentlich zu, wenn ein filiusfamilias, welcher gegen das
Senatusconsultum Macedonianum sich verbindlich gemacht habe,
delegirt werde, und zwar um so mehr, als diesem nicht
einmal ein Rückforderungsrecht des Gezahlten gegen seinen
Gläubiger, den Deleganten (sondern bloß eine exceptio)
zustehe, weil er nämlich naturaliter verpflichtet ist. Anders
verhalte es sich bei einer Frau, welche gegen das Senatuscon-
sultum Vellejanum sich verpflichtet habe. Denn hier inter-
cedire die Frau dadurch, daß sie sich habe delegiren lassen, zum
zweiten Male. In gleichem Falle wie die Frau befinde sich
der minor, welcher während seiner Minderjährigkeit sich ver-
bindlich gemacht habe, und nachher delegirt werde, er müßte
denn zur Zeit der Delegation die Minderjährigkeit überschritten
haben. In dieser Stelle wird also unterstellt, daß die ver-
meintliche frühere Schuld der Frau, welche sich delegiren ließ,
und auf solche Weise unwirksamer Weise intercedirte, ebenfalls
wegen des Senatusconsultum Vellejanum unwirksam gewesen sei.
An sich kann es aber keinen Unterschied machen, ob die Unwirk-
samkeit der früheren angeblichen Schuld der delegirten Frau in
dem Senatusconsultum Vellejanum, oder in anderen Umständen
ihren Grund hatte, und es muß daher ein Frauenzimmer,
welches als vermeintliche Schuldnerin sich hat delegiren lassen,
nach der Ansicht von Paulus stets sich auf das Senatuscon-
sultum Vellejanum berufen dürfen.
In der zweiten Stelle referirt zuerst Ulpian eine Ansicht
des Julian, welcher in dem Falle, wenn von einer Frau bei

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