Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

338 W. Sell, Ucbec d. Princip, auf welchem d. Recht des bekl. Besitzers
2) welche Rechtsverhältnisse eintretcn, wenn
der bonae fidei possessor solche impensae volu-
ptuariae auf die vindicirte Sache gemacht hat, die
ihrer natürlichen Beschaffenheit nachnicht von der
Hauptsache getrennt werden können? — wie dies
z. B. bei Wandgemälden und dergl. der Fall sein kann ix>).
Da nun oben gezeigt worden, daß bei den zierenden Ver-
wendungen in der Regel das jus tollendi das einzige Mittel
ist, wodurch dieselben geltend gemacht werden können, so ergiebt
sich daraus mit Nothwendigkeit, daß in den Fällen, in welchen
nach der Natur der Sache die Wegnahme der Jmpensen nicht
stattfinden kann, die Verwendungen bei der Hauptsache bleiben
müssen; wie Ulpianus von den zierenden Verwendungen bei
Dotalsachen in fr. 9. D. de impens. in res dotal. (25, 1) (lib.
36 ad Sabin.) bemerkt: verb.: si modo recipiant separatio-
nem; caeterum si non recipiant, relinquendae sunt. —
was offenbar gerade so hier bei der rei vindicatio gelten muß.
Es geht daraus aber auch noch weiter hervor, daß der vindi-
cirende Eigenthümer für die mit der Hauptsache verbundenen
untrennbaren zierenden Verwendungen in der Regel gar
keine Entschädigung irgend einer Art zu leisten hat. Auch wird
gerade hier nicht selten der im §.11. oben hervorgehobene Fall
eintreten können, in welchem der Verwender schon deshalb die
impensae voluptuariae ohne Weiteres bei der Sache lassen
muß, weil das Wegnehmen aus bloßer Chicane geschehen würde.
Denn der in fr. 38. D. h. t. von Celsus hervorgehobene Fall:
neque malitiis indulgendum est, si tectori um puta, quod
induxeris, picturasque corradere velis, nihil la-
turus, nisi ut ofkcias 151) — bezieht sich ja gerade aus zie-
"») Uipian. Fragm. VI, 17. i. f. fr. 79. §. 2. D. de V. S. (50, 16).
fr. 39 §. 1. I). de hered. petit. (5, 3).
151) Der Verfasser erinnert sich aus feinem früheren Praktischen Berufs-
leben eines mit diesem von CetsuS angeführten Beispiel fast ganz
gleichen Falles, welcher zwar aus das jus tollendi des Miethers

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