Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

336 W. (Seit, lieber d. Princip, auf welchem d. Recht des bekl. Besitzers
immer nicht aus einem gesetzlich anerkannten Nachtheil des ver-
wendenden Besitzers entstanden; weil Verhinderung böslicher
Chicane keinen rechtlichen Nachtheil begründet.
§- 12.'
Sowie im vorigen Paragraphen die Falle betrachtet wor-
den sind, in denen ausnahmsweise das jus tollendi nicht statt-
findet, so sind jetzt noch die früher wiederholt hervorgehobenen
Falle zu berühren, in denen umgekehrt dem Verwender, wenn
er bonae ftdei possessor ist, mehr Recht, als gewöhnlich,
zugestanden wird. Dahin gehört
a) der Fall, wenn der Vindicant die vindicirte
Sache bald verkaufen will (wenn er sie feil hat) und
wegen der Verschönerung einen höheren Kaufpreis erhalten
kann. In diesem Falle verwandeln sich die bloß zierenden
Verwendungen in nützliche, wie dies schon die Natur der Sache
mit sich bringt und wie es auch in einzelnen Gesetzesstellen
ausdrücklich ausgesprochen wird 14fi).
Demgemäß muß man denn auch hier dem Verwender,
wenn er bonae fidei possessor war, nicht bloß das jus tollendi,
sondern einen Anspruch auf Ersatz der Verwendungen zuspre-
chen; ganz in derselben Weise, wie oben §. 5. bei den nütz-
lichen Jmpensen i47).
Dasselbe gilt auch von dem Falle
b) wenn der vindicirende Eigenthümer die näm-
lichen zierenden Verwendungen selbst gemacht ha-
ben würde 148), was freilich der Verwender Nachweisen muß.
Denn hier liegt es theils im eigenen Interesse des Vindican-

146) fr. 10. D. de impens. in res dot. (25, 1).
147) fr. 27. i. f. fr. 28. 29. fr. 38. i. f. D. 1). (ß, 1).
H8) fr. 38. pr. I). h. I. (6, 1). Vgl. auch argum. fr. 3. §. 4. I). de
in rem verso (15, 3). (Ulpian.) verb.: nec debere ex eo one-
rari dominum, quod ipse faclurus non esset.

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