Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

T>ei der rei vindicatio und Publiciana in rem actio beruht iC. 329
lendi auch bann gestattet ist, wenn zwar durch die Wegnahme
an dem früheren Zustande eine Verletzung oder Aenderung sich
ergiebt, der Wegnehmende aber bereit ist, auf seine Kosten den
früheren Zustand wieder herzustellcn oder die Verletzung wieder
auszugleichen. Gewiß ist die letztere Auffassung die richtigere.
Das ergiebt sich schon daraus, daß das j»8 tollendi in meh-
reren der angeführten Stellen bei dem auf fremdem Grund
und Boden errichteten Gebäude gestattet wird. Hier wäre
aber ein Wegnehmen des Gebäudes, ohne daß durch die
Handlung der Wegnahme der vor Errichtung des Ge-
bäudes existircnde Zustand geändert würde, ganz undenkbar l3°),
und dasselbe wird auch bei der Wegnahme der meisten Arten
der zierenden Verwendungen der Fall sein, wenn cs auch nicht
gerade so stark wie bei Gebäuden hervortritt. Darum sind un-
sere Stellen nur in dem Sinne zu verstehen, daß durch das
Weguchmen der ihrer Natur nach trennbaren Verwendungen
dem vindicirenden Eigenthümer und dessen Sache kein bleiben-
der Nachtheil zugefügt werde m), sondern daß der Wegnch-
mende die durch das Wegnehmen eintretende Aenderung oder
Verletzung aus eigenen Mitteln wieder beseitige und dadurch
den früheren Zustand vor der Vornahme der Jmpensen wieder
herstelle 13?). Dafür lassen sich selbst specielle Quellenzeugnisse

Vgl. auch im Allgemeine» argmn. fr. 1. §. 1. D. de via publica
(43, 11).
'”) Wie Ulpianus in fr. 10. §. 10. 11. mandati (17, 1) sagt: per-
mittendum ei auferre, quod sine damno domini fiat,
fr. 43. §. 1. D. de legat. I. <,30) (UI p.) verb.: posse cum haec
detrahere — — sine mulieris tamen damno.
,3S) Vgl. auch argum. fr. 1 §. 1. 1). de via publ. (43, 11) und beson-
ders argurn. fr. 2. §. 43. 11. ne quid in loco publ. (43, 8). —
Doch gelten natürlich hier die im folgenden Paragraphen näher anzu-
gebenden Beschränkungen deö jus tollendi, durch deren Berücksichtigung
sich in Verbinduiig mit drin Gesagten ergeben wird, daß die von uns
bisher gewählte Fassung in der praktischen Anwendung nicht zu weit
führt.

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