Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

322 W. Gell, Ueber d. Princip, auf welchem d. Recht de« bell. Besitzer-
Frage: wie sich diese Vorschriften mit unserem zu Grunde ge-
legten allgemeinen Princip vereinigen lassen? — Besitzt nun,
die Quellen hätten hier ohne Rücksicht auf unser aUgrmrincs
Princip oder gar gegcn dasselbe eine Vorschrift gegeben: so
würde dies immer nur eine Ausnahme für den Fall untrenn-
barer Verwendungen sein, es würde dadurch aber die allge-
meine Regel noch nicht als solche aufgeloben werden. Allein
es laßt sich selbst Nachweisen, daß bei diesem Falle in den Quel-
len eine Hindeutung auf unser allgemeines Princip enthalten
ist. Indem Ulpianus in Ir. 37. l). I>. i. (G, 1) mit Be-
rufung auf Iulianus die Frage behandelt: ob der mal. fid.
possessor Ersatz der nützlichen Verwendungen durch die ex-
ceptio doli verlangen könne, und dabei zur Verneinung dieser
Frage hinneigt, so macht er sich selbst einen Einwurf ganz im
Sinne unseres Princips in den Worten: »isi forie quis dicat,
prodesse de damno sollicito 117). Denn diese Worte sollen
doch andcuten, man könne etwa behaupten, die exceptio doli
komme hier Demjenigen zu Gute, welcher einen Schaden zu be-
sorgen hat ***). Allein trotz dieses Einwurfs entscheidet sich
Ulpianus mit Julianus gegen den Besitzer in bösem Glau-
ben, verb.: Puto aulem liuic exceptionem non prodesse, nec
enim debuit, jam alienam certus, aedificium po-
nere. Darum gestattet er dem mal. fid. possessor nur das
jus tollendi, wovon aber hier nicht die Rede sein kann. Wenn
demnach die mildere Ansicht bei trennbaren Verwendungen auch
das tollere der Jmpensen nicht verweigert, so macht sie doch
gegen die exceptio doli diejenigen Gründe geltend, welche die
strengere Ansicht zu dem Resultate geführt haben, daß sie alle
und jede Geltendmachung der nützlichen Verwendungen über-

,,r) Die Glosse ad voc.: prodesse sagt ganz richtig: scilicet exceptio-
nem milii (prodesse) de damno sollicito,
ll8) In diesem Sinne faßt auch Cujacius, Observat. X, 1. die Stelle auf.

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