Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

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Die exceptio annalis Italici contractus.
Rechte, und zwar da begegnet, wo die kaiserliche Erklärung
seines Veraltetseins ihn aus der Reihe der praktischen Rechts-
institutionen abruft. Einer aus der Anwendung scheidenden
Einrede aussührliche Erörterungen ihres Wesens nachzuschicken,
dazu konnte kein Grund vorliegen, und so kommt es denn,
daß selbst die Justinianische Constitution, welche uns mit obi-
ger Exceptio zuerst bekannt macht 2), für deren Begriff und
Natur so gut wie keine Ausbeute liefert, ein um so beklagens-
wertherer Umstand, als unsre Einrede außerdem nur noch in
Einer kaiserlichen Verordnung erwähnt, aber auch gerade nur
als aufgehoben erwähnt wird ^). Daß unter solchen Verhalt-
niffen unsre Kunde von der exceptio annalis Italici con-
tractus eine sehr unvollkommene sein muß, leuchtet von selbst
ein, und daher bedarf es wohl keiner besondern Rechtfertigung,
wenn ihr in Nachstehendem eine kurze Erörterung gewidmet
werden soll. Der hierbei einzuschlagende Weg wird der sein,
zunächst die bisher darüber aufgestellten Hauptansichten zu be-
leuchten, darauf die Ansicht des Verfassers in ihrem historischen
Zusammenhänge zu entwickeln, und endlich zu prüfen, inwie-
fern die wenigen Quellenzeugnisse über unsre Einrede die zuletzt
entwickelte Ansicht unterstützen.
keine Erceptionen gegeben, wiewohl man ihn meist so versteht,
sondern es seien damals die Erceptionen durchaus nicht so, wie zu sei-
ner Zeit, in Brauch gewesen, nee omnino ita, ut nunc, usus erat
illis temporibus exceptionum. Hätte er die Eristenz aller Einreden
zur Zeit der Legis Actionen in Abrede stellen wollen, so würde er die
unter dieser Voraussetzung sinnentstellenden Worte: ita ut nunc weg-
gelasien und gesagt haben: nee omnino usus erat illis temporibus
exceptionum. — Was mit Zuverlässigkeit angenommen werden darf,
ist nur, daß man zur Zeit der LegiS Acttonen von den im prätori-
schen Rechte begründeten, auf dem Conflicte des strengen Civilrechts
mit der aequitas beruhenden Einreden, die später den eigentlichen Kern
der ganzen Lehre bilden, noch nichts gewußt hat, und dies ist es auch,
was GajuS ausdrücken will, wenn er sagt: nee omnino ita, ut nunc,
usus erat illis temporibus exceptionem.
2) L. 1. pr. C. cit.
3) L. un. C. de usuc. transf. (7, 31).

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