Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

318 W. Sell, Ueber d. Prlncip, ans welchem d. Recht des bekl. Besitzers
tz. 8
An die bisherige Erörterung schließt sich noch zuletzt
2) die Frage: Wie verhält es sich, wenn der malae
fidei possessor solche nützliche Verwendungen auf die
fremde Sache gemacht hat, welche ihrer Natur nach nicht
von derselben getrennt oder weggenommen werden
können? z. SS. wenn er auf fremdes Papier geschrieben hat,
wenn er einen fremden Sklaven hat unterrichten, ein fremdes
Thier hat abrichten lassen rc.
Die vorhergehende Entwickelung hat gezeigt, daß bei Gel-
tendmachung der Verwendungen auf die fremde vindicirte Sache
nur zwei Rechtsmittel möglich sind: entweder die auf Ersatz
der iinpensae utiles gerichtete exceptio doli, oder die Aus-
übung des jus tollendi. Das letztere Mittel fallt natürlich
hier von selbst weg; das erstere kann nicht gestattet werden,
weil die Quellen dem malae fidei possessor jeden Anspruch
auf Ersatz der nützlichen Verwendungen ganz bestimmt und
allgemein absprechen, wie die zu Anfang des vorigen Para-
graphen mitgetheilten zahlreichen Gesetzesstellen beweisen. Mit
diesen verbindet sich auch noch das gegen Ende des vorigen
Paragraphen angeführte fr. 37. D. h. t. (6, 1), worin Ulpia-
nus dem malae fidei possessor ausdrücklich die exceptio doli
verweigert verb.: Pulo autem liuic exceptionem non prod-
esse etc. — und nur das tollere der Verwendungen gestattet.
Zwar beziehen sich alle diese Stellen nur auf den häufiger vor-
kommenden Fall solcher Verwendungen, welche sich von der
Hauptsache wegnehmcn lassen; allein dieselben Regeln müssen
auch bei untrennbaren Verwendungen angewendet werden, theils
aus allgemeinen Gründen, theils nach dem Zusammenhang der
Quellen. So wendet sich Gajus in seinem Jnsiitutkonen-
Commentar 109), nachdem er vorher von trennbaren Vcrwen-

"»') II. 77.

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