Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

bei bet rei vindicatio und Publiciana in rem actio beruht K. 313
Nach dieser Vorbemerkung gehen wir nun zuvörderst zu
der Frage über:
1) Welche Rechtsverhältnisse treten ein, wenn
der malae fidei possessor auf eine fremde Sache
solche nützliche Verwendungen gemacht hat, welche
sich ihrer Natur nach von der Hauptsache wegneh-
men lassen?
Hier ist nach dem Vorhergehenden so viel gewiß, daß die
exceptio doli auf Ersatz der impensae utiles nicht wie beim
bonae fidei possessor stattfinden kann. Darum fragt es sich
nur- ob auch das jus tollendi für den malae fidei possessor
wegfallt, lieber diese Frage haben im römischen Rechte vor
Justinian verschiedene Ansichten bestanden, eine strengere und
eine mildere, und diese Verschiedenheit der Ansichten ist auch
noch in die justinianische Compilation übergegangen, so daß hier
zu'entscheiden ist, welchen Stellen im Allgemeinen der Vorzug
gebührt.
Die strengere Ansicht wird hauptsächlich durch Gajus re-
präsentirt. Schon in dem oben mitgetheilten fr. 7. §. 12. i. f.
D. de adq. rer. dom. (41, 1), welches aus den Res quoti-
dianae von Gajus entlehnt ist, wird von dem malae üdei
possessor gesagt: er habe es sich selbst beizumessen, daß er
temere ein Gebäude aus solchem Grund und Boden errich-
tet, den er als einen fremden gekannt; und dabei heißt es
vorher: et si scit, alienum solum esse, sua voluntate
amisisse proprietatem materiae intelligitur; ita-
que ne diruto quidem aedificio vindicatio ejus materiae com-
petit 101). Derselbe Gedanke ist auch in §. 30. I. de R. D.
(2, 1) beinahe mit den nämlichen Worten ausgedrückt: 8ed
hoc casu (si quis in alieno solo sua materia domum aedi-
ficaverit) materiae dominus proprietatem ejus amittit, quia

101) In den Institutionen von Gajus II, 76. i. f. 78. fehlt die Angabe
dieses Grundes für den verweigerten Ersatz der Verwendungen.

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