Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

Bei der rei vindicatio und Publiciana in rem actio beruht IC. 311
entbehren müßte, weil er nicht im Stande ist, die Auslagen
zu zahlen; oder gar durch den Ersatz der impensae utiles öko-
nomisch gänzlich ruinirt würde: so kann in allen diesen Fällen
eine Ersatzpflicht des vindicirenden Eigenthümers nicht ange-
nommen werden; vielmehr muß es hier genügen, wenn er bei
solchen Verwendungen, welche sich von der Hauptsache tren-
nen oder wegnehmen lassen, das tollere der Jmpensen gestat-
tet ; und bei untrennbaren Verwendungen wird er in diesen Fäl-
len sogar die Herausgabe seiner eigenen Sache ohne alle Leistun-
gen von seiner Seite verlangen können. In allen diesen Fällen
hat übrigens der Richter einen billigen Mittelweg einzuhalten,
indem er im Geiste dek aequitas Vortheil und Nachtheil von
beiden Seiten möglichst in Gleichmaaß zu stellen sucht. — Und
Alles dieses ergicbt sich consequent aus dem hier zu Grunde
gelegten allgemeinen Princip.

§- 7.
Nach dem oben vorgezeichneten Gange der Untersuchung
wenden wir uns jetzt
B) zu dem Falle, wenn der malae fulei possessor
nützliche Verwendungen auf die vindicirte Sache
gemacht hat.
Auch hier scheiden wir wieder die Verwendungen, welche
sich von der Sache wegnehmen lassen, von denen, bei welchen
eine Trennung oder Wegnahme sich nicht denken läßt. Vor-
her müssen aber einige allgemeine Bemerkungen über das Rechts-
verhältniß des Besitzers in bösem Glauben zu dem vindiciren-
den Eigenthümer vorausgeschickt werden. Nach der großen
Mehrzahl der Stellen in Justinian's Compilation muß man
annehmen, daß dem malae fidei possessor nicht, wie dem Be-
sitzer in gutem Glauben, die Befugniß zusteht, Ersatz der nütz-
lichen Verwendungen durch die exceptio doli zu verlangen;
denn die Quellen verweigern hier überhaupt jedes Mittel
zur Verfolgung des Ersatzes oder der Rückerstattung der im-

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