Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

298 W. Sell, Ueber d. Prtncip, auf welchem d. Recht des bekl. Besitzers
hier kein Theil aus dem Nachtheil des andern Vortheil ziehen
soll 74).
Die Anwendung dieses Princips zeigt uns auch Celsus
noch in zwei anderen Fallen, welche er in fr. 38. cit. genauer
hervorhebt. Der erste ist folgender: Fing« et dominum eadem
facturum fuisse, reddat impensam, ut fundum recipiat, usque
eo duntaxat, quo pretiosior factus est, et si plus pretio fundi
accessit, solum, quod impensum est. — Wenn der vindici-
rende Eigenthümer die nützliche Verwendung gerade so selbst
gemacht haben würde 75), so gereicht ihm dieselbe natürlich
auch jedesmal zum Vortheil und zwar so weit, als die Sache
dadurch an Werth gewonnen hat: er würde darum auch so-
weit aus dem Nachtheil des Verwenders Voriheile ziehen,
wenn er nicht Ersatz für die Verwendungen leistete. Darum
kann er sich nie mit der bloßen Gestattung der Wegnahme der
impensae utiles von der Verbindlichkeit zu deren Ersatz be-
freien; ganz abgesehen davon, daß diese Wegnahme auch hier
ja gar nicht in seinen Wünschen liegen würde. — Unser Prin-
cip führt aber den Juristen in fr. 38. eit. noch zu einer an-
dern beschrankenden Bestimmung, daß nämlich der Verwender
immer nur das als Ersatz in Anspruch nehmen kann, was ver-
wendet worden ist, auch wenn durch die Verwendung die
Hauptsache mehr an Werth gewonnen hat, als der Betrag
der Verwendungen ausmacht 76). Denn, wenn dem Eigen-
thümer auch ein größerer Vortheil zuwachst, so ist dieser dock,
sobald dem Verwender seine Auslagen vollständig vergütet sind,
nicht mehr mit dem Nachtheil des Verwenders verbunden, und
damit ist unserem allgemeinen Grundsätze genügt.

74) S. auch den folgenden Paragraphen.
75) Diesen Beweis muß erforderlichen Falles der Verwender führen, wobei
er freilich durch de» Zusammenhang der Verhältnisse im einzelnen Falle
unterstützt werden kann.
7>) Auch hier stimmt die >» rem versio mit dem AuSsprnche von CelsuS
vollkommen überein nach fr. 12. 1). de i» rem verso (15, 3).

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer