Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

8. Zur Lehre von den Wechsellegaten

256

VII.
Zur Lehre von den Wechsellegaten.

Bon
Herrn Dr. A. A. von Buchholtz, Prof. d. Rechte in Königsberg.

Der Ausdruck Wechsellegate kommt hin und wieder in
den Schriften der neueren Juristen vor * *), ohne daß sie sich,
wie es scheint, die Mühe genommen haben, den Begriff der-
selben genauer als dahin festzustellen: »es sind mehrere Ver-
mächtnisse, welche ein Testator einigen oder allen Erben hinter-
lassen hat.« Jedoch können wir diese weite Definition nicht
für richtig halten, da sie einen Gattungsbegriff enthält, und die
Wechsellegate können nur darauf Anspruch machen, als eine
Species dieses Gattungsbegriffes zu erscheinen, dessen andere
Species die Prälegate sind. Ein wahres Prälegat ist nämlich nach
unserer Ansicht ein Vermächtniß, mit welchem einer von mehreren
Erben oder mehrere oder alle in der Art bedacht sind, daß der
dazu berechtigte Erbe nicht bloß an seine Miterben, sondern an
die ganze Erbmasse, also auch an sich selbst gewiesen ist 2).
') Z. B- bei Seufsert, Lehrbuch der Pandekten, §.622. Note 11. »Ueber
Wechsellegate der Mtterben«; Thibaut, Lehrbuch der Pandekten, §.
918; von der Pfordten, Abhandlungen, S. 106.
*) In derselben Weise geben die Erklärung der Prälegate Hartitzsch,

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