Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

des muliebris tutor erforderlich war. 235
überhaupt das bisherige Familienverhaltniß der Frau beendigt,
theils ward dadurch das ganze Vermögen der Frau aus der
Familie entfremdet, indem es dotis nomine an den Mann siel;
die coemtio endlich enthielt das Ritual der mancipatio und
war ein civile negotium.
c) Eine dotis constitutio. Deshalb durfte nach
der lex Julia de maritandis ordinibus der Frau, deren legi-
timus tutor Pupill war, da dieser nicht auctor sein konnte,
ein specicller tutor dotis constituendae gratia von der Obrig-
keit ernannt werden **) und ebenso aus demselben Grunde
nach einem Senatsbeschlusse an die Stelle eines wahnsinnigen
oder stummen legitimus tutor «). Gajus spricht allgemein
von dos constituenda, UlpiaN nennt ausdrücklich die drei
Arten, wie eine Dos constituirt werden konnte, ad dotem dan-
dam, dicendam, promittendamve. Daß ZU der dotis dictio
die auctoritas tutoris erforderlich war, wird uns auch in zwei
Stellen des Cicero gesagt **), und Paulus sagt ausdrück-
lich, dotem non curatore praesente promitti debere, sed tu-

4S) Gajus, I, 178. Ulpi an., XI, 20.
48) Gajus, I, 180. Ulpian., XI, 21. Schulting., not. 59.
zieht dieses nur auf den Fall, wenn der Vormund wahrend der Vor-
mundschaft wahnsinnig oder stumm geworden sei. Allein so gut wie
ein Unmündiger, war auch ein furiosus oder mutus legitimus tutor
einer Frau, sie konnte aber zu einzelnen Handlungen einen speciellen
tutor an seine Stelle erbitten. Vgl. Zimmern, I. S. 898 fg.
Schilling, S. 54. Wenn übrigens Gans, Scholien, S. 204
annimmt, nach Gajus, I, 181. habe in diesem Falle an die Stelle
des Patrons und seiner Kinder kein anderer Vormund ernannt werden
können, so steht dies geradezu damit in Widerspruch, daß Gajus, I,
178. 180. gerade vom legitimus tutor spricht. Im 8 181. sagt er
nur, der legitimus tutor verliere dadurch nicht die Tutel, sondern der
ernannte sei nur ein specieller für die einzelne Handlung, welches bei
dem an die Stelle eines nicht legitimus ernannten nach §. 173. an-
ders war.
44) Pro Flacco, c. 34. Pro Caecina, c. 25., daß aber, wie Haffe,
a. a. O. S. 295 fg. anntmmt, auch der Vormund für sich allein dici-
ren konnte, ist mir nicht wahrscheinlich, da überhaupt der muliebris
Eell'fche Jahrbücher. III. 2. 16

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