Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

234 Dr. Stemann, über die Geschäfte, bei welche» die .luciniil.,»
men, eine Frau, welche in legitima luiela stand, habe gar
nicht durch »8U8 in die manu« kommen können x); und
Hasse *0) führt noch einen Grund an, welcher diese Art der
in manum conventio bei jeder Frau, welche in irgend einer
Tutel stand, unmöglich gemacht hätte. Er sagt nämlich, die
Einwilligung der Tutoren bei Eingehung der Ehe sei juristisch
ganz gleichgiltig gewesen, auch hätten sie, da sie nicht, wieder
Vater, die Ehe wieder aufrufen konnten, nicht die Interruption
veranlassen und so die usucapio verhindern können. Allein
Cicero sagt nicht, es habe in jenem Falle die Frau durch
mu« gar nicht in die manus kommen können, sondern er sagt
nur, sie habe cs nicht gekonnt 8ine omnium tutorum aucto-
ritate 4i). Auch die von Hasse angeführte Rechtsanalogie
spricht nicht dagegen; denn war gleich zur Eingehung der Ehe
die Einwilligung des Tutors nicht erforderlich, so folgt doch
daraus nicht, daß diese Einwilligung nicht das bewirken konnte,
daß die Frau, wenn sie ein Jahr hindurch bei dem Manne
blieb, in dessen manus kam, welches ohne ihre Einwilligung
nicht geschehen konnte. Es war ganz dasselbe Verhältniß, wie
bei der Usucapion der Sachen einer Frau in legitima tutela.
Denn derjenige, welchem die Frau ohne den Vormund eine
res mancipi Iradikte, erhielt zwar den Besitz der Sache, aber
er konnte nicht usucapiren, sondern dazu war die Einwilligung
des Vormundes bei der Tradition erforderlich. Ebenso war
auch zur Eingehung der Ehe die auctoritas tutorum nicht nö-
thig, allein ohne diese hatte die Ehe nicht die Wirkung, daß
die Frau durch deren Fortsetzung in die manus kam.
Es trafen bei der in manum conventio verschiedene
Gründe zusammen, weshalb sie nicht ohne den Vormund ge-
schehen könnte. Denn theils ward dadurch die Tutel, und
M)d’Arnaucl, var. conj. I, 27 Burchardl, a. a. £>. S. 29.
40) a. a. O. §- 22.
41) TrekeIl ad Hrissonium d« rilu nuptiarum , in dessen opp. min.
pag. 304.

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