Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

langjähriger Zinszahlung.

213

§• 12.
Wir sind jetzt auf dem Punkte angelangt, wo uns nur
noch die Vertheidigung der eigenen Meinung übrig bleibt.
Aus dem Factum langjähriger Zinszahlung — so glau-
ben wir die L. 6 pr. verstehen zu müssen — entspringt eine
Vermuthung für das Dasein einer Zinsverbindlichkeit 72).
Die vorzüglichsten Gründe, welche für diese Ansicht spre-
chen, fallen mit denjenigen zusammen, auf welche die Verwer-
fung der übrigen Meinungen gestützt wurde. Unsere Ausfas-
72> Diese Meinung hat von den Gtessatereu herab bis auf die neueste
Zeit zahlreiche Vertheioiger gefunden. Nach der Glosse vcrtheidigen
sie außer BartoluS ad !i. L., Ti r aquetl (iruct. Je pracsor.
§. 1. gl. 4. vers: et liaec quidem satis), MeN 0 chi us (praes, lib.
3. cap. 131. num. 59), Moli n a U ö (traci. (!e nsur. qu. 20. num.
207) und Borcholten (Comm. in I il. Cod. de usur. cap. 3.
nr. 56. pag. 103 sq.), namentlich auch Eujaz (Comm. in L. 29.
Quaest. Papin. ad b. L. und Ilecit. solcnui. ad L. 5. Cod. de usur.).
Eine große Reihe anderer Schriftsteller findet fich bei Gilken (de
usucap. p. 2. membr. 1. cap. 4) angeführt. Bei den Meisten findet
sich indeß fälschlich die Idee der Verjährung bcigemischt, indem sie zur
Begründung der Vermuthung eine 10jährige Zinszahlung verlangen.—
Aus der neueren Zeit sind besonders nennenswcrth: Westenberg
(Princ. jur. Tit. I). de us. §. 17. vgl. §.16), Mühle nbruch
(Lehrb. d. Pand. II. §.361. zu Note 13: »Eine längere Zeit hindurch
erfolgte Zinszahlung erzeugt unter gewissen Umständen die Vermuthung
einer gehörigen Begründung der Ziusverbindlichkeit«). Puchta (Paud.
2te AuSg. 1844. §. 227. Note d: » — Vermuthung für eine Zinsver-
bindlichkeit aus lange Zeit hindurch erfolgter Zinszahlung — was man
irrthümlich als Entstehung der Zinsverbindlichkeit durch Verjährung
qualificirt hat — L. 6. D. 22, 1.«). — Auch Glück läßt fich hier,
wenigstens dem Resultate nach, anführen, indem er unsere Meinung
als die richtige bezeichnet, wiewohl er durch eine fast wortgetreue Adoption
der bei Faber sich findenden Argumentation im Grunde dessen Mei-
nung vertheidigt. Eines besonderen Nachweises der daraus herfließen-
den Widersprüche bedarf es nicht. — Eine andere Ungenauigkeit enthält
die Glück'sche Darstellung in Note 75. S. 51. a. a O., wo die An-
hänger der entgegengesetztesten Meinungen (z. B. Duaren, Faber,
Eujaz) als Bertheidiger unserer Ansicht aufgeführt werden.

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