Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

W. Sell, zur Lehre von der Errichtung der Testamente. 21
Form des schriftlichen Testaments im justinianischen Rechte zu
betrachten 49). Ist dies aber der Fall, so wird auch im justi-
nianischen Rechte Einheit des Kalendertages zur Testaments-
errichtung nicht erfordert, sondern es genügt, wenn die sieben
Zeugen zugleich uno eodemque tempore zugezogen werden,
oder wenn, was ganz dasselbe ist, »eorum praesentia
uno contextu testamenti celebrandi gratia« stattfindet.
Denn das nämliche civilrechtliche Requisit, was zu
Anfang durch NNO eodemque tempore bezeichnet ist, wird wei-
ter unten durch uno contextu ausgedrückt. Damit verbindet
sich denn auch das schon oben erwähnte fr. 21 §. 3 D. qui
testam, fac. poss. (28, I) (Ulpianus lib. 2 ad Sabin.)
Uno contextu actus testari oportet: est autem uno
contextu, nullum actum alienum testamento intermiscere:
quod si aliquid pertinens ad testamentum faciat, testamen-
tum non vitiatur.
Daraus geht aber noch weiter hervor, daß uno contextu
actus oder uno contextu und UNO eodemque tempore hier
ganz in Eins zusammenfallen. Denn aus der erwähnten Zu-
sammenstellung in §. 3 I. cit. ergiebt sich, daß uno eodem-
que tempore nicht allein die gleichzeitige Zuziehung der
sieben Zeugen (eodem tempore) bezeichnet, sondern daß die
Zuziehung auch in einer Zeit (uno tempore), d. h. in einer
fortlaufenden Zeit geschehen, oder, wie §. 3 cit. selbst sich
spater ausdrückt, daß die gleichzeitige Zuziehung der Zeugen
bei der in einem ununterbrochenen Zusammenhänge zu voll-
ziehenden Solennisirung des Testaments (uno contextu testa-
menti celebrandi causa) stattsinden soll. Es kann demnach we-
der bei der Zuziehung der sieben Zeugen »uno eodemque tem-
pore « noch bei dieser Zuziehung »uno contextu« die Ein-
4g) Dir Paraphrase des TheophiluS zu §. 3 I. cit. bestätigt dies aus-
drücklich , sowie dieselbe auch mit §. 3 cit. in Beziehung ans daS
»uno eodemque tempore« und »uno contextu« durchaus überein-
stimmt.

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