Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

langjähriger Zinszahlung. 179
Worte bis „inovereiur“ von einer ursprünglich nur auf Zinsen
gerichteten Klage verstehen wollte: so berechtigt uns doch nicht
die leiseste Andeutung in unserer Stelle, die Frage nach der
Zinsobligation auf einen Zweifel über die Existenz der Capital-
verbindlichkeit zurückzuführen.
Nehmen wir daher mit fast allen übrigen Interpreten
das Dasein einer in rem versio als gewiß an: so fallen die
sonstigen Grundlagen der Duaren'scheu Ansicht von selbst
zusammen.
Wäre nämlich die Voraussetzung jener Interpreten, daß
ein förmlichrs Zinsversprechen des Sohnes oder Sclavcn vor-
angegangen, die richtige: so wäre es — bei dem unbczweifeltcn
Vorhandensein einer Version — unbegreiflich, wie die Zinsver-
bindlichkeit des Beklagten noch Gegenstand einer Anfrage bei
dem Kaiser sein konnte. Der Erbe war ja alsdann gleich sei-
nem Erblasser eo ipso zur Zahlung von Zinsen verpflichtet ^). —
Noch verkehrter ist es, wenn man in der langjährigen Zinszah-
lung von Seiten des Vaters eine Anerkennung des vom Sohne
eingegangenen Zinsversprechens findet, und diese Anerkennung
bei der Condemnation des Erben zur Entrichtung der Zinsen
als ein Moment in Anschlag bringt "). Daß es einer solchen
Genehmhaltung nicht bedurfte, zeigt die L. 10. §. 5 cit. zur
Genüge.
Um den Vorwurf der Erzwungenheit und Unnatürlichkeit,

,3) S. d. ln der vorhergeh. Note angrf. Stelle.
u) Don eilus in Corum, ad L. 7. Cod. de usur. nr. 4: »Creditor
non polerat probare aperte pecuniam in rem patris versam esse.
Non etiam poterat docere, patrem agnovisse, seu ra-
tam habuisse stipulationem usurarum, quae a filio interposita
erat. Sed conjectura et argumento ad utramque rem utebatur,
quod diceret: pecuniam in rem patris versam esse et patrem
agnovisse usuras a filio eo nomine promissas, certum argumen-
tum esse quod ipse paler usuras ejus pecuniae praestitisset et
praestitisset longo tempore.« — S. auch noch Cocceji Jus
conti, ad Tit. de Us. Qu. 11.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer