Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

in der Lehre von Gewähr der Mängel an verkauften Sachen- 169
der eigentlichen und ursprünglichen Civilklage ex ernte (und
nur diese hat den Charakter einer aciio perpetua 133), mit den
Rechtsmitteln des Edikts ist lediglich dann möglich, wenn sich
der Verkäufer eines dolus schuldig gemacht. Zu dieser beson-
deren Voraussetzung berechtigt uns aber bei der L. 2. Cod.,
in der mit keinem Worte darauf hingedeutet wird, nichts.
Man würde daher den Worten: »qua ratione eo nomine
cum venditore ejusdem congredi quaeras, non possum anim-
advertere« — eine gewaltsame Deutung geben, wollte man
auf sie die Behauptung gründen, daß nach Ablauf eines Jah-
res dem Käufer überhaupt kein weiteres Klagerecht zustche.
Allerdings ist, um wegen Mangelhaftigkeit der Sache 30 Jahre
lang klagen zu können, der Beweis, daß der Verkäufer den
Fehler gekannt habe, unentbehrlich; erscheint aber auf diese
Weise die actio emti an und für sich begründet, so unterliegt
sie auch ihrer Dauer nach keinen weiteren Beschränkungen,
als denen jede andere actio perpetua unterworfen ist. Zu der
Folgerung, daß, sobald die ädilitischcn Klagefristen verstrichen,
atlch die actio ex emto nicht weiter zulässig sei, berechtigt uns
die cit. L. 2. Cod. überhaupt schon um deswillen nicht, weil
diese Stelle über die besondere Natur des Rechtsfalles, worauf
sich das Rescript bezieht, nur ein sehr zweifelhaftes Licht ver-
breitet: wie die obigen Erörterungen zur Genüge dargethan
haben werden x34).

Stellen wir die in dieser Untersuchung über das gegen-
seitige Verhältnis des Civilrechts und des Edicts gewonnenen
Resultate übersichtlich und mit Bezug auf ihre praktische Be-
deutung für den heutigen Standpunkt der Lehre von Gewähr

Denn wo sic, analog der <]. m. actio, gegen den unwistenden Verkäufer
geht, ist sic gleich jener auf die Frist eines Jahres eingeengt (f. oben
S. 163 fg.).
U1) Vgl. noch Gesterding (a. a. O. S. 20 fg.).

11 e:t

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