Volltext: Band (Bd. 3 (1844))

166 Dr. Keller, über d. Vcrhältniß d. ädil. EdictS zum Civilrecht
gedeutete Gesetzesstelle naher geprüft werden, nämlich die L. 2.
Cod. de aed. act., wo der Kaiser Gordian auf folgende
Weise rescribirt:
»Cum proponas, servum, quem pridem comparasti,
post anni tempus fugisse, qua ratione eo nomine cum
venditore ejusdem congredi quaeras, non possum anim-
advertere. Etenim redhibitoriam actionem sex men-
sium temporibus, vel quanto minoris anno concludi,
manifesti juris est.«
Um dieses Rescript richtig aufzufassen, bedarf es einer nä-
heren Veranschaulichung des demselben zum Grunde liegenden
Rechtsfallcs. Jemand hatte einen Sklaven gekauft, der ihm
nach Jahresfrist davonlief. Um sich über die Rechtsmittel
zur Geltendmachung seiner Ansprüche gegen den Verkäufer
belehren zu lassen, wendet er sich an den Kaiser Gordian,
und dieser giebt ihm zur Antwort, von einer Regreßklage ge-
gen seinen autor könne hier nicht mehr die Rede sein, da die
actio redhibitoria und nicht minder auch die ästimatorische
Klage bereits durch Verjährung erloschen sei. — Der Fehler,
wegen dessen der Käufer des Sklaven Schadloshaltung ver-
langte, war, so viel wir aus dem Reskript ersehen, erst nach-
dem seit Abschluß des Kaufes schon ein Jahr verflossen, in
der wirklichen Flucht desselben zum Vorschein gekommen. Ob
der fragliche Sclav nun bereits früher schon, und namentlich
vor Eingehung des Kaufvertrages, eine Neigung zum Entlau-
sen geäußert, ob mithin im vorliegenden Falle überhaupt eine
eigentliche fehlerhafte Gewohnheit zu entfliehen, vorlag (und
erst eine solche kann bekanntlich für den Verkäufer eine Ver-
antwortlichkeit begründen), darüber verbreitet die Stelle selber
— ausdrücklich wenigstens — kein Licht. Namentlich erwähnt
findet sich bloß die einzelne Flucht des Sklaven, und hieraus
könnte man schließen, es habe dem Entschädigungsansprüche
des Käufers überhaupt an der rechtlichen Grundlage, nämlich
an der nothwendigen Voraussetzung gefehlt, daß der servus

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