Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

164 Dr. Keller, über d. Verhältniß d. ädil. EdictS zum Civilrecht
und Vieh, angestellt wird, dadurch gewiß nicht aufhört, der ihr
von den Aedilen vorgeschriebenen Verjährungszeit von einem
Jahre unterworfen zu sein.- ebenso kann auch die actio emti
in den Fallen, wo ihre Zulässigkeit mit den Bestimmungen
der ädil. Gesetzgebung zusammenhängt, und wo sie als eine
bloße Nachbildung der ädil. q. in. actio erscheint, nicht über
die für diese letztere Klage selber festgesetzte Verjährungszeit
von einem Jahre hinaus zur Hand genommen werden. Denn
Beides (nämlich auf der einen Seite die Anwendbarkeit der
ädil. Minderungsklage bei anderen Verkaufsgeschäftcn m), als
beim Sklaven- und Viehhandel, und andererseits die Zulässigkeit
der actio emti selbst gegen den nicht dolosen Verkäufer) fließt
offenbar aus der nämlichen Quelle her, insofern die eine wie
die andere dieser Erweiterungen durch die Interpretation der Ju-
risten bewirkt zu sein scheint. Ja, es würde an Absurdität
grenzen, wollte man der actio emti da, wo sie ihrer eigentli-
chen Natur nach unstatthaft ist, einen weiteren Spielraum,
namentlich eine längere Dauer zugestehen, als derjenigen
Klage selber, deren Nachahmung für jene Erweiterung ihrer
ursprünglichen Wirksamkeit überhaupt erst die Grundlage her-
geben mußte.
Aus ähnlichen Gründen scheint denn die Contractsklage
auch da, wo sie wegen verweigerter Caution stattsindct, hin-
sichtlich ihrer Dauer derselben Beschränkung unterworfen zu
sein, wie die für diesen Fall im Edicte angeordnete actio in ill,
quanti cmtoris intersit, deren Stelle sie vertritt und deren
Grenzen sie daher auch nicht überschreiten darf, um so mehr,
als die Verbindlichkeit des Verkäufers zur Cautionsleistung
erst von den Aedilen eingesührt ward.
Wegen der von dem Verkäufer wissentlich verschwiegenen

12fi) Eine solche Anwendbarkeit unterliegt bei der in unseren Quellen ganz
allgemein anerkannten Ausdehnung der ädil. Vorschriften wohl keinem
Zweifel.

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