Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

144 Dr. Keller, über d. Verhaltniß d. ädil. EdictS zum Ctvilrecht
ädilitifchen Bestimmungen selber einen größtmöglichen Um-
fang zu geben bemüht war, so weit der Geist derselben dies
zuließ: ebenso trug man diesen auch auf die Grundsätze des
Civilrechts über, und formte danach dieselben um. Auf diese
Weise suchte man denn nun auch das Wesen der ädil. q. m.
actio in die Civilklage ex emto hineinzulegen und damit zu
verschmelzen Diese letztere konnte ursprünglich nur gegen den
dolosen Verkäufer gerichtet werden, umfaßte aber dafür in ih-
rer Condemnationsformel auch das ganze (volle) Interesse des
Käufers (quantum emtoris »intererat non lleo'pi«), der
somit vollständigen Ersatz aller der Nachtheile erlangte, die er
in Folge des Kaufgeschäfts erlitten. Eine so unumschränkte
Verantwortlichkeit des Verkäufers würde aber da, wo ihm
kein äolus zur Last siel, hart und unbillig gewesen sein Als
man daher die Verbindlichkeit des Verkäufers wegen der ihm
unbekannt gebliebenen Fehler auS dem Ediet in das Civil-
recht herübernehmen wollte und der besonderen Natur und
Beschaffenheit dieses Falles die Condemnaüonsformel der Ci-
vilklage anzupassen suchte; bot hierfür die ädil. q. m. actio
den geeignetsten Anhaltspunkt dar. Denn da diese, wie
schon ihr Name anzeigt, bloß auf Leistung des unmittelbaren
Interesse gerichtet ist, so paßte sie ihrem Wesen nach ganz
besonders für den Fall, wo der Verkäufer aus eigener Un-
kunde, also ohne alle Unredlichkeit, die Anzeige der Fehler an
den Käufer unterlassen hatte. Hierin findet denn die Art
und Weise, wie man die ädil. q. m. a. dazu benutzte, um
durch Hineintragung ihres Wesens in die emti actio diese
letztere über ihre ursprünglichen Grenzen hinaus zu erweitern,
ihre natürliche Erklärung. Ein Beispiel einer solchen Erwei-
terung findet sich in der L. 13. pr. §. 1. cit. Das Ziel der
actio emti, sagt hier der Jurist, gestaltet sich verschieden, je
nach der besonderen Beschaffenheit der Voraussetzung, unter
der man sie anstellt. Trifft den Verkäufer der Vorwurf ei-
ner Unredlichkeit, eines.beabsichtigten Betruges nicht, d. h

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