Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

in der Lehre von Gewähr der Mängel an verkauften Sachen. 137
wenigstens die Worte selber nicht wohl auf die Falle, wo der
Verkäufer die wahre Beschaffenheit des Sklaven (nämlich, daß
er ein veterator sei) entweder selber gar nicht gekannt, oder
wo er sie zwar wissentlich verschwiegen, nicht aber zugleich
darauf hingewirkt hat, in dem Käufer auf positive Weise
(nämlich durch Interpolation des Sklaven) eine irrthümliche
Meinung über die eigentliche Qualität des mancipium hervor-
zurufen. Um eine Verantwortlichkeit des Verkäufers auch in
diesen Fällen annehmen zu können, müßte jene ädilitische Vor-
schrift ganz anders lauten, und vor Allem darin der Um-
stand, daß der Sclave ein veterator und kein novicius ist,
überhaupt für einen Fehler erklärt fein: denn als ein solcher ließ
er sich — wenigstens nach den sonst gewöhnlichen Begriffen
über Mangelhaftigkeit der Sache — nicht betrachten, und da-
her war denn nach diesen der Käufer eines Sclaven auch
nicht zu der Erwartung und zu der stillschweigenden Voraus-
setzung , daß er ein novicius sei, berechtigt. Hätten die Aedi-
len in allgemeiner Weise an den Verkauf eines veterator ohne
besondere Anzeige eben dieser seiner Eigenschaft eine Verant-
wortlichkeit des Verkäufers knüpfen wollen, so würden sie in
Ucbereinstimmung mit der an anderen Stellen ihres Edicts
gewählten Ausdrucksweise gesagt haben: »Qui mancipia ven-
dunt, certiores faciant emtores, quis veterator sit, oder: si
quod mancipium novicium non sit, pronuncianto 81).
Edicts liegt, veranlassen. Denn mit der Handlung des Verkäufers,
wodurch er dem veterator das äußere Anfehn eines novicius gegeben,
ist auch zugleich der dolus, da sie denselben involvirt, erwiesen.
M) Ein so allgemeiner Sinn läßt sich in den Worten: »ne veterator pro
novicio veneat« auch dann nicht finden, wenn man mit Savigny
(System des R. R. Hk, S. 286, Note 5 g. d. E.) den in der L. 37.
erwähnten Kunstgriff des interpolare auf ein Unterstecken des vetera-
tor unter novicü, wodurch er selbst das AuSfehn eines novicius ge-
winnt, bezieht und jene Vorschrift der Aedilen als gerade gegen diese
Art von Betrügereien gerichtet betrachtet (»idcirco interpolsat vete-
ratores et pro noviciis vendunt, quud ne fiat, boc edicto pro-
nunciant Aediles«), Denn die ädilitische Vorschrift setzt auch alsdann

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