Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

12 W. Sell, zur Lehre von der Errichtung der Testamente.
und der darauf erfolgenden Antwort, bei der auctoritas tutoris
zwischen dem von dem Pupillen abgeschlossenen Geschäft und
der auctoritatis interpositio eine Nacht in der Mitte liegt. Da-
gegen ist gewiß weder bei der Stipulation, noch bei der aucto-
ritas tutoris die Sache so zu verstehen, daß, wenn etwa das
Geschäft um die Stunde der Mitternacht abgeschlossen worden,
der bloße Wechsel des Kalendertags mit der zwölften Stunde
das noch nicht vollendete Geschäft ungültig mache, sofern der
ganze Act ohne Unterbrechungen vor sich gegangen ist.
So war es entschieden auch nach klassischem römischen
Recht beim Testament, wie aus der schon oben mitgetheilten
Digestenstelle, dem kr. 21 §3 D. qui testam, fac. poss. (28,1)
(Ulpian. lib. 2 ad Sabin.), hervorgeht24). Von Einheit des
Kalendertags neben der »nitas actus et temporis findet sich
hier durchaus keine Spur. Wenn darum dieses Requisit beste-
hen soll, so muß dasselbe durch spätere Verordnungen einge-
führt worden sein.

§ 2.
In der Thal wird auch die neue Theorie auf einige Con-
stitutionen aus der Zeit der christlichen Kaiser, nämlich auf zwei
Novellen, die eine von Theodos II., die andere von Valen-
tinian HI., gestützt, deren Wortlaut allerdings dafür zu spre-
chen scheint 25).
Ehe wir jedoch zur genaueren Betrachtung dieser kaiser-
lichen Constitutionen übergehen, muß eine andere Bemerkung
vorausgeschickt werden, zu welcher jene Constitutionen Veran-
lassung geben.
Bei der unitas actus et temporis lassen sich zwei Arten

*4) Denn, wenn das Testament uno contextu errichtet werden muß, so
versteht sich von selbst, daß, wenn zwischen Anfang und Ende des Te-
staments eine Nacht in der Mitte liegt, das Testament durch diese so
bedeutende Unterbrechung ungültig werden muß.
") Markzoll «. a. O. S. 68 ff.

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