Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

in der Lehre von Gewähr der Mängel an verkauften Sachen. 111
vituten, von denen er selber keine Kunde hatte, muß neben
jener Verabredung um so mehr bestehen bleiben, als sie ja
auch ohne eine solche schon aus allgemeinen Grundsätzen her-
fließt. Daß umgekehrt das Nichthaften des Verkäufers wegen
ihm unbekannter Realservituten erst durch jene Clausel hervor-
gcbracht werde: zu einer solchen Schlußfolgerung berechtigt
Sinn und Zusammenhang dieser Stelle so wenig als der
früher betrachteten, da die Tendenz derselben gerade dahin
geht, zu zeigen, wie gewisse Nebenvertrage, deren Anwendung
bei unredlichen und betrügerisch gesinnten Verkäufern nicht sel-
ten sein mochte, durchaus nicht den mit ihrem Gebrauche ver-
knüpften Zweck erreichen helfen 3:>).
Ganz ungehörig ist an diesem Orte die Herbeiziehung der
Worte Ulpian's in der L. 6. §. 3. D. conun. praed.:
»8i ia venditione quis dixerit, servas fore aedes, quas
vendidit, necesse non habet liberas tradere«,
deren wahren Sinn deutlich die Anwendung, die Ulpian von
diesem Principe macht, verrath:
»Quare vel suis aedibus eas servas facere potest vel
vicino concedere servitutem, scilicet ante tradi-
tionem.«
Durch die Verwahrung des Verkäufers: servas fore aedes,
quas vendidit, entstand für ihn die Vergünstigung, bis zum
Zeitpunkte der Uebcrgabe des Grundstücks dasselbe mit Dienst-
barkeiten beschweren zu dürfen. Daraus laßt sich folgern, daß
er ohne jene Clausel das Grundstück in derjenigen Beschaffen-
heit tradiren muß, die es beim Abschlüsse des Kaufvertrags
gehabt, mithin frei von Dienstbarkeiten, wenn zur Zeit des
Contracts keine darauf hafteten, was, da ihm später kein Recht
an der Sache mehr zusteht, ganz mit bekannten Grundsätzen
übereinstimmt. Vollkommen unberechtigt würde man aber aus
dieser Stelle den Schluß ziehen, daß der Verkäufer der Regel
nach nicht bloß innerhalb der Zeit, die zwischen dem Abschlüsse
85) Vgl. noch L. 17. 8- 3. D. de seiv. urb. praed.

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