Full text: Volume (Bd. 3 (1844))

11

W. Seil, zur Lehre von der Errichtung der Testamente.
sondern aus allgemeinen für alle Arten der Stipulationen gel-
tenden Grundsätzen hervorgeht, und darum bei Stipulationen
überhaupt eintritt, geht theils aus den Worten des kr. 12 cit.:
sc ne obligatum quidem intelligi eum etc., theils aus dem
Schluß des mehrerwähnten kr. 137 pr. hervor Verb.: cseterum
81 post interrogationem aliud agere coeperit, nihil proderit,
quamvis eadem die spopondisset. Denn daraus ergiebt sich
nach dem argumentum a contrario, daß, wenn Frage und
Antwort nicht »eadem die« geschehen sind, schon deshalb die
stipulatio ungültig ist.
Einen weitern Vergleichungspunkt bietet die auctoritatis in-
terpositio des tutor dar. Hier sagt nämlich Gajus in kr. 9
§. 5 O. de tutor. (26, 8) (lib. 12 ad Ed. provinciale) und in
§. 2 I. de auctor, tutor. (1, 21) übereinstimmend: Tutor sta-
tim in ipso negotio praesens debet auctor fieri, post tempus
vero — — interposita ejus auctoritas nihil agit. Daß auch
hier die auctoritatis interpositio ungültig war, wenn sie erst
am Tage nach dem durch den Pupillen eingegangenen Geschäft
erfolgte, liegt nach dem Vorhergehenden schon an sich nahe,
und es wird dies auch noch besonders von Theophilus
beispielsweise hervorgehoben.
Das Resultat der bisherigen Ausführung geht dahin, daß
eivilrechtliche Acte, wie die stipulatio, die interpositio auctori-
tatis tutoris im Allgemeinen ebenso, wie das Testament,
ohne Einmischung fremdartiger Handlungen und ohne Unter-
brechungen vollzogen werden müssen 23), und daß insbesondere
die stipulatio und die auctoritas tutoris immer dadurch ungül-
tig werden, daß sie in einen andern Kalendertag hinübergezo-
gen werden, d. h. wenn bei der stipulatio zwischen der Frage

”) ad §. 2 I. de auctor, tulor. (1, 21).
**) Wenn auch die Vorschriften beim Testament hier in mancher Beziehung
strenger find, als bei Stipulationen, so berührt doch diese Verschieden-
heit unsere Frage nicht, wie schon oben S. 10. Not. 18. bemerkt ist.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer