Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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Dr. Erich Danz,

ger eintritt, d. h. eine delegatio nominis vorliegt,
und daß man für jedes dieser Institute besondere Regeln
aufstellen muß.
2) Daß eine Delegation nicht, wie säst allgemein
angenommen wird, allein durch Stipulation, sondern
auch durch Stellvertretung im Proceß(Litisconte-
station) geschehen kann.
Ich komme hierbei zu dem Resultat, daß, einerlei ob
eine Delegation durch Stipulation oder durch Stellvertretung
im Proceß erfolgt, die übertragene Obligation in
ihrem Bestände unverändert bleibt, namentlich
in Bezug auf die Einreden, und daß nur das Ver-
hältniß zwischen auetor und sueeessor-, d. h. bei
der delegatio nominis das Verhältniß des ursprünglichen Gläu-
bigers zum nachfolgenden Gläubiger, bei der delegatio debiti
das Verhältniß des ursprünglichen Schuldners zum nachfolgenden
Schuldner, ohne Einfluß ausdie neue Obligation ist.
§- 2.
velegare und Begriff der eigentlichen Dele-
gation.
velegare heißt zunächst ganz allgemein: anweisen, über-
weisen. Wenn also Jemand einen Andern „delegirt", so kann
der Delegat zu jeder beliebigen Leistung durch dieses Geheiß des
Deleganten veranlaßt werden: er kann namentlich zu einer Zah-
lung oder zur Abgabe eines Versprechens (promissio) an
Jemanden angewiesen werden. Man kann aber auch eine Per-
son überweisen, z. B. seinem Gläubiger eine Person als
neuen Schuldner oder seinem Schuldner eine Person als
neuen Gläubiger.
Nur diese letztere Art der Delegation ist, wie aus der Le-
galdefinition hervorgeht, das eigentliche, auch von den Römern
so bezeichnete Rechtsinftitut der Delegation.

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