Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Vom Verhältniß der Einreden zur Klagenverjährung. 63
ist, wenn die Möglichkeit ihre Wiederbeseitigung geläugnet
werden muß*), ohne jeden Sinn. Das Klagrecht wird ver-
neint sowohl durch diejenigen exceptiones aus Thatsachen,
wo die Thatsache negativ bedingend, als durch diejenigen wo
die Thatsache befristend wirkt, exceptiones doli praeteriti,
metus, SCi Vellejani, rei judicatae u. dergl. auf der einen,
exceptio pacti de non petendo intra tempus auf der an-
dern Seite. Jene behaupten Nichtentstehung oder Untergang
der Obligation, diese gestehen eine Obligation zu, verneinen
aber deren Fälligkeit, also das Klagrecht. In beiden Fällen
kann darum von Klagenverjährung nicht die Rede sein (an-
derer Ansicht Savigny und Dernburg, vgl. oben S. 50).
Tritt einer fälligen Forderung, während deren Verjährung
läuft, ein Stundungsvertrag gegenüber, so wird, wie oben
besprochen, der Inhalt der Obligation geändert, sie wird zu
einem Recht auf „Leistung erst nach gewisser Zeit." Aus die-
sem Rechte entsteht erst nach der gewissen Zeit eine Klage, für
die dann eine neue Verjährung beginnt. Nach Wind scheid
und Unger würde die alte Verjährung vom Abschluß des
Stundungsvertrags bis zum Eintritt des Termins nur ruhen
und dann weiter laufen, also der Gläubiger, der den Schuld-
ner bis zum letzten Tag einer Verjährungsfrist schonte und ihm
dann eine Frist gewährte, nach deren Ablauf nur einen einzi-
gen Tag (oder gar keinen?) zur Klagenerhebung übrig haben,
wenn man nicht in jedem Nachsuchen um Stundung eine Aner-
kennung finden will, wodurch die Verjährung unterbrochen wird.
Noch bedürfen die Einreden aus Rechten in ihrem Ver-
hältniß zu persönlichen Klagen einer Betrachtung. Es giebt
einerseits Fälle, wo das Recht des Beklagten im Widerspruch
i) Der Spott Thons (Rechtsnorm u. subjektives Recht S. 264
Anm. 82) erscheint bei ihm nicht gerechtfertigt, da er den obigen Punkt
gar nicht untersucht.

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