Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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R. von ZHering,

erfahren und alle meine Gründe für dieselbe kennen lernen, aber
die übliche literarische Beigabe an Literaturnachweisungen werde
ich mir ersparen, indem ich den Leser in Bezug aus diesen
Punkt einfach auf diejenigen Werke verweise, in denen er über
die Literatur die nöthige Auskunft finden kann. Fragen, bei
denen ich mich einfach der herrschenden Lehre anschließe, werde
ich gar nicht weiter berühren.
Mit diesem Geleitsbrief übergebe ich die folgenden Bei-
träge der Oeffentlichkeit.

I.
Das angebliche gesetzliche Zinsmaximum beim foenus
nauticum.
Allgemein und ausnahmslos von den Glossatoren an bis
auf unsere heutige Zeit wird gelehrt, daß Iuftinian in seiner
bekannten 1. 26 Cod. de usur. (4. 32) über das gesetzliche Zins-
maximum die Höhe der Zinsen beim Seedarlehn auf 12 p.c.
festgesetzt habe, und ich erinnere mich nicht jemals einem Zwei-
fel an der Richtigkeit dieser Behauptung begegnet zu sein. Eben-
so einverstanden wie über die theoretische Richtigkeit des Satzes
ist man über seine praktische Unanwendbarkeit, und wenn ich im
Folgenden den Versuch machen werde, die Irrigkeit jener An-
nahme nachzuweisen, so muß ich den Werth desselben gleich im
voraus durch das Geständniß abschwächen, daß das Ergebniß
desselben praktisch völlig bedeutungslos ist. Gleichwohl aber
scheint mir dasselbe in wissenschaftlicher Beziehung immerhin
erheblich genug, um es zu veröffentlichen, indem es das rö-
mische Recht oder richtiger Iustinians Gesetzgebung von einem
Satze befreit, wie er wohl nicht verkehrter hätte erdacht werden

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