Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Vom Verhiiltniß der Einreden zur Klagenverjährung.

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Grund: „dedita juridus non 68t pecunia" spricht nicht nur ge-
gen die Gültigkeit des Constituts, ja, ein Verzicht auf die
Exceptio muß bei weitem mehr als unzulässig erscheinen; denn
das Constitut gäbe nur ex nunc einen Anspruch auf Erfüllung
der perimirten Obligation, der Verzicht auf die Exceptio würde
die actio ex tune wiederbeleben, was, wie das obige Beispiel
des durch Vertrag aufgehobenen Pfandrechts zeigt, auch prak-
tisch bedenklich sein kann.
Alle die Aussprüche römischer Juristen über die Unterschieds-
losigkeit des ipso jure petere non posse und des per exce-
ptionem summoveri würden eine auffallende Oberflächlichkeit
an den Tag legen, wenn die Verzichtbarkeit der Exceptionen eine
allgemeine Regel wäre. Diese Aussprüche erscheinen gerechtfer-
tigt, wenn dieselbe eine ganz spezielle Ausnahme war, und dies
ist nach den Quellen der Fall.
Nur die Entkräftung des pactum durch pactum ließ der
Prätor zu, wo die actio formell noch zu Recht bestand, und
wohl nur wenn praktische Gründe nicht dagegen sprachen, also
nicht bei der actio hypothecam; ■— wo dagegen der Actio-
nenformalismus eine solche Scheinexistenz nicht zur Folge hatte,
war eine Wiederbelebung durch posterius pactum nicht mög-
lich. Die donae fidei actio wurde durch pactum de non pe-
tendo ipso jure beseitigt, (1. 3 de resc. emt. 18. 5, 1. 27 §. 2
de pactis 2.14), daher ist hier an replicatio pacti de petendo
nicht zu denken (1. 27 §. 2 cit.), ein Beweis, wie wenig die rö-
mischen Juristen noch an die z. B. von Windscheid und Fit-
ting behauptete Möglichkeit gedacht haben, daß die Parteien
durch pactum de non petendo eine nur unvollkommene, „schwä-
chere" , Aufhebung der Obligation beabsichtigen könnten. Eine
eigenthümliche Ausnahme von der vollkommenen Wirkung des
pactum de non petendo bei honae fidei actiones besteht da-
nn, daß ein blos minderndes pactum durch entgegengesetzte

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