Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Vom Verhältmß der Einreden zur Klagenverjährung.

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um so weniger, da die Quellen die Verzichtbarkeit jener Excep-
tio offenbar als etwas ganz Selbstverständliches behandeln. Be-
stätigt wird diese Auffassung durch c. 4 cte his quae vi (2. 20).“
Die angeführte Codexftelle spricht von einem consensu corro-
borare einer erzwungenen venditio. Es liegt aus der Hand,
daß, da es sich um eine venditio handelt, der consensus als
neuer Contrakt gelten kann, und, da der metus bei dem bonae
fidei Geschäft ipso jure wirkt, ein neuer Contrakt auch erforder-
lich ist. Müßte man jedoch das corroborare consensu wirklich
als Bekräftigung eines früheren Vertrags denken, so läge doch
nur ein Convalescenzsall vor, und Convalescenz ist auch mög-
lich, wo die Entstehung eines Rechts ipso jure gehind ert war,
wie bei der Schenkung unter Ehegatten. Für die Wiederbe-
lebung eines untergegangenen Rechts durch Verzicht auf die
Exceptio liefert die Stelle keinen Beweis.
Selbstverständlich konnte die Verzichtbarkeit der Ex-
ceptionen erst den modernen Theoretikern erscheinen, welche die
Exceptionen für selbständige Gegenrechte gegen das bestehende
Klagrecht halten. Denn bei Rechten präsumirt man für Ver-
zichtbarkeit. Bei einer richtigeren Vorstellung von der exceptio
muß man dagegen den Verzicht aus diese für ebenso unmöglich
halten, wie den Verzicht auf die Einrede der Zahlung und andre
Einreden aus Thatsachen. Auf eine Thatsache kann man nicht,
wie auf ein Recht, verzichten. Sollte dies dennoch dann mög-
lich gewesen sein, wenn die Thatsache einem bestimmten Actions-
formular gegenüber des Vorbehalts durch exceptio bedurfte %
Dann hätte allen in tactum actiones gegenüber die Befriedi-
gung des Gläubigers nur „hemmend" gewirkt, nicht den Schuld-
ner für immer befreit, wofern nicht das Schema der Klage schon
die Nichtbesriedigung als Condemnationsbedingung enthielt, wie
bei der actio hypothecaria, der actio depositi in factum con-
cepta. Dann hätte die vertragsmäßige Aufhebung eines Pfand-

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