Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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E. Ruhstrat,

thigenfalls zur Genehmigung desselben oder zur Liberation des
Geschäftsführers gezwungen werden konnte. Denn er beschäf-
tigt sich nur mit der Frage, ob der zufällige Untergang des
Kaufpreises dem Gestor oder dem Dominus zur Last fällt. —
Setzen wir nun einen Haussohn an die Stelle des gewaltfreien
Geschäftsführers, so ist zu sagen, daß die Käufer der Erb-
schaftssachen, nach Bezahlung des Kaufpreises, mit der actio
de in rem verso das Nämliche verlangen können, was der
Haussohn, falls er gewaltfrei wäre, mit der a. neg. gesto-
rum zu fordern berechtigt sein würde, daß sie also der etwaigen
Vindication des Hausvaters gegenüber mit der exceptio de
in rem verso die Genehmigung des Kaufcontraetes verlangen
können, weil derselbe ein utiliter gestum ist^).-
Daß nun in Fällen dieser Art, also da, wo die neg.
gestio des Haussohns darin besteht, daß er Sachen des Haus-
vaters verkauft, nicht von Auslagenersparniß die Rede sein, die
a. de in rem verso der Käufer also nur durch die Utilität
der vom gerirenden Haussohn vorgenommenen Verwaltungs-
handlung begründet werden kann, unterliegt wohl keinem
Zweifel22).
2. Aehnlich verhält es sich mit manchen anderen Ver-
waltungshandlungen des gerirenden Haussohns. Wenn es dem-
selben gelingt, einen auf schwachen Füßen stehenden Schuldner
des abwesenden Hausvaters dadurch zur Zahlung zu bewegen,

21) Vergl. auch l. 7 §.4 D. h. t. und B. 15 S. 298 ff. dieser Jahr-
bücher.
22) Der Haussohn verkauft Erbschaftssachen des abwesenden Hausva-
ters und dieser Handel erscheint den Umständen nach als ein utiliter ge-
stum. Wenn nun später der Werth der verkauften Sachen erheblich steigt,
so kann der Käufer sich der Vindication des Hausvaters gegenüber darauf
berufen, daß der Verkauf ein den Vater verpflichtendes utiliter gestum ge-
wesen sei. Aber eine Bereicherung des Vaters durch Ersparniß oder Ver-
mehrung seines Vermögens liegt nicht vor.

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