Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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E. Ruhstrat,

sparniß möchte die a. de in rem verso sich hier doch schwer-
lich begründen lassen °). Wenn Mandry S. 511 sagt: „Steht
einmal fest, daß zu der Besorgung eines Geschäfts ein gewisser
Aufwand erforderlich ist, so ist dadurch, daß dieser oder jener
Weg zur Beschaffung des Werthes eingeschlagen wird, die An-
schaffung der Mittel auf anderem Wege, beziehungsweise die
unmittelbare Verwendung von Mitteln aus dem

5) Wer möchte es für eine Ersparung von Auslagen halten, wenn
der gerirende Haussohn für seine reichlich mit guten Kleidern versehenen
Brüder noch eben so viele Kleider kauft. Aber ist er mit denselben auf
einer Reise und gehen unterwegs die Koffer verloren, so ist es ein utiliter
gestum, wenn er neue Kleider kauft, obgleich zu Hause noch so viele Kleider
vorräthig sind, daß sie nicht aufgebraucht werden können, bevor sie aus
der Mode kommen, weshalb von Ersparung nicht die Rede sein kann, wenn
die verlorenen Koffer nachträglich wieder zum Vorschein kommen, zumal
da man den ersparten Betrag vom Standpunct des Hausvaters
zu bestimmen hat. Mandry S. 540. Wenn die Kinder eines verreisten
Arztes krank werden, so ist es ein utiliter gestum, wenn sein erwachsener
Haussohn die Hülfe eines anderen Arztes in Anspruch nimmt, aber eine
Ersparung von Auslagen liegt vom Standpunct des Hausvaters nicht vor,
da dieser seine Kinder selbst behandelt haben würde, wenn er nicht verreist
gewesen wäre. Ebenso verhält es sich, wenn der Haussohn eines abwe-
senden Baumeisters an dessen Gebäuden eine nothwendige Reparatur durch
einen anderen Baumeister ausführen läßt. Daß der andere Baumeister
die a. de in rem verso hat, kann nicht zweifelhaft sein, allein mit dem
Gesichtspunct der Auslagenersparniß ist sie offenbar nicht zu begrün-
den , denn der Hausvater würde die Auslage gar nicht gemacht haben, aber
die Notwendigkeit der Geschäftsführung machte die Contractschließung des
Haussohnes zu einem utiliter gestum. Es ist hier natürlich nur von den
Kosten die Rede, welche die Thätigkeit des Baumeisters als solchen verur-
sacht hat. Man kann in allen genannten Fällen sagen, daß der Haus-
vater das Eingreifen des Haussohns gebilligt hätte, wenn er von der Sach-
lage unterrichtet gewesen und daß eben deshalb ein utiliter gestum vorliegt.
Aber der Gesichtspunct der Auslagenersparniß paßt nicht auf Auslagen,
die der Hausvater gar nicht gemacht haben würde, wenn er selbst verwal-
tet hätte. Es sind Auslagen, die nur durch sein Nichtverwalten er-
forderlich geworden sind und daher auch nur durch die Nothwendigkeit der
neg. gestio gerechtfertigt werden können.

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