Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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E. Ruhstrat,

sohn mit der a. mandati oder lieg, gestorum von dem Ge-
walthaber fordern könnte, wenn er als gewaltfreier Geschäfts-
führer gehandelt hätte. Aber ich behaupte, daß der Gesichts-
punct der Auslagenersparniß eben deswegen ganz überflüssig ist,
daß er neben dem der nicht zurückzuweisenden ueg. gestio keinen
Boden vorfindet, auf dem er von practischer Bedeutung sein
könnte. Wenn der Geschäftsherr, beziehungsweise der Haus-
vater im einzelnen Falle die Geschäftsführung nicht zurückweisen
kann und folglich die Auslagen des ueg. gestor, beziehungs-
weise des Dritten erstatten muß, so ist es vollständig gleichgül-
tig, ob dem Geschäftsherrn mittelst der Aufwendung des Dritten
oder des gewaltfreien ueg. gestor, eine Auslage erspart ist oder
nicht. Ist ihm wirklich eine Auslage erspart, so kann allerdings
schon deswegen die Version oder das utiliter gestum vorliegen,
aber dieser Gesichtspunck ist ganz irrelevant, da die Ersatzpflicht
schon aus dem Princip der nicht zurückzuweisenden Geschäfts-
führung hervorgeht. Dieser Grundsatz kann aber auch da zu-
treffen und die Ersatzpflicht begründen, wo eine Auslage nicht
als erspart gelten kann. Für den abwesenden Hausvater kann
es z. B. von Interesse sein, daß ein Haussohn zur Besorgung
seiner negotia Geld leiht und dem Darleiher Zinsen verspricht,
weil dieser das mutuum sonst nicht hergeben will. Daß der
Gewalthaber viel baares Geld in Händen hat und sich deswegen
nicht veranlaßt gesehen hätte, Geld zu leihen, wenn die Ver-
waltung von ihm selbst geführt wäre, steht der Utilität jenes
Zinsversprechens nicht im Wege, weil dem Haussohn die in der
Hand des Gewalthabers befindlichen Geldmittel nicht zur Verfü-
gung standen. Sollte man hier nun vielleicht sagen können,
daß die Aufnahme des Darlehns für den Hausvater eine Aus-
lagenersparniß begründe, weil die vorhandenen Geldmittel nun
nicht verwendet zu werden brauchten, so ist doch nicht zu ersehen,
wie die Verpflichtung zur Bezahlung von Zinsen unter den Ge-

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