Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

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Dr. Otto Wendt,

stellt habe. Daß ein Jagdschutz keineswegs gefehlt habe, ist
sicherlich die Meinung Wachter's gewesen, die er mehr als ein
Mal durchblicken läßt. Wir verweisen z. B. aus S. 372 : „Durch
den Eigenthumserwerb des widerrechtlichen Occupanten ist aber
eine Reaktion, welche nach dem Rechtsbegriff jedenfalls eintreten
muß, nicht ausgeschlossen ; sie besteht nur nicht in der Nichtig-
keit des Aktes, sondern in Anderem. Ob in dieser Beziehung
die nach Römischem Rechte eintretende Reaktion eine ganz ge-
nügende ist, darüber läßt sich allerdings streiten, und wird es sich
wohl behaupten lassen, daß wenigstens in einem Punkt das
Römische Recht nicht weit genug ging." So bleibt allerdings
der Zweifel bestehn, worin nach Wächter's Meinung die Re-
aktion und der Jagdschutz bestanden hat.
Suchen wir selbst die Frage zu beantworten. Dabei kann
dann jener Zweifel berücksichtigt werden, ob das Römische
Recht im Jagdschutz weit genug gegangen ist oder nicht.
Von der aetio injuriarum muß sicherlich ganz abgesehen
werden, da sie ja aus wesentlich andern Gesichtspunkten hervor-
geht und weder einen Jagdschutz bedeutet noch einen Ersatz der
geschädigten Interessen gewährt. Die Stellen, welche die ae-
lio injuriarum erwähnen, brauchen aber keineswegs so ver-
standen zu werden, als könne der Iagdberechtigte überhaupt
nicht anders als gegen ihm persönlich angethane contumelia
reagiren. Schon indem daneben die prohibitio ne ingrediatur
aliquis erwähnt wird, wird doch das Eigenthumsrecht und die
daraus fließende Abwehr herangezogen. Auf Selbsthülfe braucht
aber diese Prohibition nicht beschränkt zu werden. Denn man
wolle sich erinnern, daß das xrvbibere immer doppelt gedeutet
wird : aut per manum aut per kraetorem x). In der letzteren
Anwendung ist also doch schon auf gerichtlichen Schutz hinge-

1) Fr. 5 §. 10 de op. nov. nunt, 39, 1.

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