Full text: Volume (Bd. 19 = N.F Bd. 7 (1881))

Römisches Jagdrecht.

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nimmt den rechtlichen Schutz derselben in Anspruch. So kennen
wir doch, und auch den Römern wird diese Vorstellung nicht
sremd gewesen sein, eine übermäßige Hegung des Wildftandes,
übermäßig in dem Sinne, daß ein Jagdgebiet durch sich selbst
das vorhandene Wild nicht zu ernähren vermag, und ein Aus-
treten des Wildes auf Nachbargrundstücke zur Aesung daselbst
stattfindet, woraus dann die Klage wegen Wildschadens hervor-
zugehen pflegt.
Im Resultat also, wem gelegentlich ein Hase über das
Feld läuft, so daß er dadurch die Möglichkeit gewinnt, denselben
in suo zu erlegen, der hat noch keine Jagd auf seinem Grund-
stück, hat keine Erträge davon im Sinne einer abschätzbaren Rente.
Er hat auch nicht das Bedürfnis zum Jagdschutz; denn was
hin und wieder bei ihm sich findet, sind versprengte, verscheuchte
Stücke, sie gehören nicht in seine Jagd, nicht in seinen Wild-
ftand. Es ist richtig und zutreffend, das Iagdrecht so von die-
ser thatsächlichen Voraussetzung abhängig zu machen. Auch
Wächter macht, obwohl zu anderem Zwecke, eine treffende Be-
merkung , S. 346; es läßt sich kein Interesse Nachweisen und
man kann keine Iagdverletzung behaupten, wenn das Grund-
stück selbst eine Jagd gar nicht darbietet ; wird auch hin und
wieder ein Stück erlegt werden können, so ist es einmal ein
Stück aus fremder Jagd und sodann bleibt fraglich, ob der
Eigenthümer das von einem Dritten erbeutete Stück selbst er-
legt haben würde; er ist also überhaupt nicht geschädigt.
Bevor wir nun aber auf den Jagdschutz eingehen, bleibt
noch ein anderes Gebiet zur Ergänzung heranzuziehen, welches
Wächter zwar nicht betreten hat, doch aber geeignet ist, der
Vorstellung vom ausschließlichen Iagdrecht Glaubwürdigkeit und
Beifall zu verschaffen. Wir meinen die Nachrichten, welche uns
in den Quellen über die Jagd in xublieo erhalten sind.

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